Venet: Dringend Auswege aus der Krise gesucht

Der jüngste Millionenzuschuss an den Seilbahnbetrieb veranlasst NEOS zu einer repräsentativen Umfrage. Die SPÖ sieht Sparpotenzial von 425.000 Euro jährlich.

Venetbahn-Bergstation am Krahberg (2212 m): Die Erträge der privat initiierten Gipfelhütte (r.) fließen in den defizitären Seilbahnbetrieb. Zuletzt waren es nur noch 88.000 Euro, in guten Jahren 190.000 Euro.
© Wenzel

Landeck, Zams, Fließ – Eine Mio. Euro für die Venet Bergbahnen AG haben die Gemeinderäte in Landeck und Zams genehmigt. Mit 690.000 Euro soll das Minus aus dem jüngsten Geschäftsjahr abgedeckt werden. Rund 310.000 Euro sollen für erwartete Abgänge im neuen Geschäftsjahr zur Verfügung stehen.

„Wenn öffentliche Gelder im Spiel sind, dann schauen die NEOS gerne hin“, sagte Klubobmann Dominik Oberhofer diese Woche bei einem Infoabend zum Thema Venet in Landeck. Er habe Vorstand, Aufsichtsrat sowie Gemeindeführung von Landeck und Zams eingeladen. „Aber alle haben abgesagt.“ Gekommen waren 25 Interessierte.

Die Venetbahn sei mit den wirtschaftlichen Problemen nicht alleine in Tirol, so Oberhofer. Im Gegensatz zur Glungezerbahn (in Besitz der Gemeinde Tulfes), „die nie schwarze Zahlen schreiben wird“, habe die Venetbahn sehr wohl das Potenzial auf eine schwarze Null. Die Bahn liege in einem günstigen Umfeld, das Skigebiet solle noch viel stärker für Schulskikurse genutzt werden. „Die NEOS werden eine professionelle, repräsentative Venet-Umfrage in Auftrag geben, aus der man eine Strategie ableiten kann.“ Die Kosten würden aus der Parteikasse bezahlt.

LA Benedikt Lentsch (SPÖ) hat viel Zeit in Gespräche und Unterlagen-Studium investiert, um zur Schlussfolgerung zu kommen: „Die Bahn hat ein Einsparpotenzial von 425.000 Euro jährlich, ohne dass ein Lift zugesperrt werden muss.“ Im jüngsten Bilanzjahr lagen, so Lentsch, die Marketing-Ausgaben bei 273.000 Euro, budgetiert waren 172.000 Euro. Die Gastrobetriebe hätten ein dickes Minus erwirtschaftet. „Die Personalkosten machen 60 Prozent vom Umsatz aus.“ Dieser Wert dürfe höchstens bei 30 Prozent liegen. Die einzige Cash-Cow am Venet, die Gipfelhütte, habe wegen hoher Personalkosten zuletzt nur noch 88.000 Euro Ertrag abgeworfen, früher waren es 190.000 Euro. (hwe)

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