Immer mehr Covid-Fälle nach privaten Feiern in Tirol

Einige wenige große Cluster erklären laut Behörden den Anstieg bei den Infektionen. Auch im persönlichen Umfeld seien die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

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Innsbruck – Vor knapp zwei Wochen waren es noch zwei, mittlerweile sind es sechs groß­e Corona-Cluster, auf welche Tirols Gesundheitsbehörden ein Gros der Covid-Fälle im Land zurückführen. Zur Infektionskette rund um die somalische Gemeinschaft in Innsbruck (150 Fälle) und die Reiserückkehrer vom Balkan und aus Kroatien (100 Fäll­e) kamen Ansteckungen im Zusammenhang mit einem Lebensmittelgroßlager im Unterland (42 Fälle), einer großen Hochzeitsfeier im Bezirk Innsbruck-Land (37 Fälle), sowie in einer Kinderbetreuungseinrichtung in Wattens (25 Fälle) und einem Fußballclub im Bezirk Kufstein (21 Fälle) dazu.

„Die derzeitige epidemiologische Lage in Tirol ist großteils nach wie vor übersichtlich“, sagt Landesamtsdirektor Herbert Forster. Quellen der Ansteckungen seien aktuell „überwiegend gut“ nachzuverfolgen. Rund um die Cluster werde von den Gesundheitsbehörden in Tirol „eine besonders offensive Teststrategie“ verfolgt, meint Forster. „Nicht zuletzt deshalb verzeichnet Tirol nach wie vor mit Abstand die meisten Testungen pro 100.000 Einwohner österreichweit.“ Über 195.000 Tests sind laut Statistik der Tiroler Landesregierung bis gestern Abend durchgeführt worden.

Die derzeitige epidemiologische Lage in Tirol ist großteils nach wie vor übersichtlich.
Herbert Forster, Landesamtsdirektor

Einiges an Kopfzerbrechen bereiten dürfte den Verantwortlichen des Landes die Tatsache, dass immer mehr Covid-Fälle als Folge von privaten Feiern und Veranstaltungen – etwa die Hochzeit im Bezirk Innsbruck-Land – zu verzeichnen sind. Das Aufkommen vieler kleinerer Infektionsherde macht das Rückverfolgen von Ansteckungsketten aufwändiger. Bei Festen und Zusammentreffen im persönlichen Umfeld stehe, „wie in allen anderen Bereichen auch, die Eigenverantwortung an erster Stelle“, sagt Landesamtsdirektor Forster. Entscheidend sei, dass Maßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung des Coronavirus gesetzt werden. „Sei es eine ganz besondere Sensibilität, das Erstellen von Gästelisten, das Einhalten der Abstände bis hin zum Tragen von Masken vor allem auch für solche, die aus Risiko­gebieten anreisen.“

401 Menschen wurden gestern Abend von den Behörden in Tirol als aktiv positiv gelistet – 48 mehr als am Vortag. Zwischenzeitlich sind wieder 42 Infizierte „genesen“. Die meisten Infektionen verzeichnet der Bezirk Kufstein mit aktuell 133 gemeldeten Corona-Fällen, gefolgt von Innsbruck-Land mit 105 und Innsbruck 96. Keine Infektion gibt es mittlerweile in Osttirol. (bfk)

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