Wirbel um Baumfällung und Grillplatz in Innsbruck

Zwölf Kastanienbäume müssen für den Bau der neuen Bahnhaltestelle bei der Messe weichen – die Opposition schäumt.
© Domanig

Für Aufregung in der Innsbrucker Opposition sorgt die derzeit in Bau befindliche neue Bahnhaltestelle bei der Messe – konkret die geplante Rodung von zwölf Kastanienbäumen in der Ing.-Etzel-Straße. Der Gemeinderat habe 2018 zwar einstimmig für die Neuerrichtung der Haltestelle im Bereich der Viaduktbögen 79 bis 88 gestimmt, erklärt GR Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck). Von einer Rodung der Bäume im Bereich der Bögen 91 bis 102 sei damals jedoch nie die Rede gewesen. Genau so sieht das auch GR Mesut Onay (ALI). Da der Wert der Bäume bei ca. 75.000 Euro liege und die Neupflanzung rund 84.000 Euro koste, ist Onay zudem genau wie Depaoli der Meinung, dass der Gemeinderat über die Fällung hätte entscheiden müssen – und nicht der Stadtsenat in einer August-Sitzung. Onay schaltet nun die Gemeindeaufsicht ein, Depaoli auch die Staatsanwaltschaft.

Aus dem Büro von Umweltstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) heißt es dazu, dass die „Zahlenspiele“ jeglicher Grundlage entbehren würden. Die Kosten für die Nachpflanzungen seien ja z. B. keine Kosten der Stadt, sondern der ÖBB. Für den Bereich Messe würden bereits die Planungen für eine Begegnungszone laufen. In dem wegen des Bahnsteigbaus betroffenen Bereich weiter nördlich, in dem die Bäume leider fallen müssten, starte noch im Herbst eine Arbeitsgruppe für die Gestaltung (mit Stadt, Land und ÖBB). Klar sei dabei jedenfalls, dass „mindestens gleich viele neue Bäume kommen“, dass diese nach dem neuen „Schwammstadt-Prinzip“ (zur Verbesserung des Stadtklimas) gepflanzt und weiter in Richtung Straßenraum gerückt würden, „wodurch Gestaltungsspielraum für den Bereich zwischen Bäumen und Bögen entsteht“.

Der Streit um einen neuen Grillplatz lässt die Innsbrucker Stadtregierung nicht los. Vize-BM Hannes Anzengruber wehrte sich gestern gegen den Vorwurf der Grünen, er habe im Juni für den Grillplatz in Kranebitten gestimmt und sei im August umgeschwenkt und habe eine eigene Lösung präsentiert. „Wenn man nicht mehr für unsere Stadt neue Ideen und Vorschläge präsentieren darf, dann gute Nacht, Innsbruck“, sagte Anzengruber. Er hält, im Gegensatz zu den Grünen, den Platz oberhalb des Baggersees für optimal geeignet.

5000 Euro für Badewertkarten macht der Stadtsenat locker. Damit sollen Familien in einer finanziellen Notlage Eintritte in IKB-Frei- und Hallenbäder ermöglicht werden. Die SPÖ hatte mit KO Benjamin Plach und StR Elisabeth Mayr einen entsprechenden Antrag gestellt.

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GR Markus Stoll (Für Innsbruck) fordert mehr Tempo, wenn es um die Erstellung einer Eröffnungsbilanz für die städtischen Finanzen geht. Dies sei bisher noch nicht passiert, aber dringend nötig. In der Bilanz muss die Stadt eigene Vermögenswerte wie Kanalsystem oder Straßennetz buchhalterisch bewerten. (TT)


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