Neues Sozialzentrum in Kössen steht in den Startlöchern
Gestern erfolgte am Mesnerfeld in Kössen der Spatenstich für das 16,5 Millionen Euro teure Sozialzentrum Kössen-Schwendt.
Von Michael Mader
Kössen – Die Erleichterung war Kössens Bürgermeister Reinhold Flörl anzusehen: „Es sind große Steine, die mir vom Herzen gefallen sind. In der dreieinhalbjährigen Vorbereitungszeit haben wir viele Steine hin und hergewälzt, ich habe Blut geschwitzt“, sagte er beim Spatenstich für das neue Sozialzentrum Kössen-Schwendt.
Auf dem Mesnerfeld in Kössen entstehen um 16,5 Millionen Euro netto aber nicht nur 40 Einzelzimmer für die Pflege, sondern auch acht Einheiten für betreutes Wohnen. „Laut Strukturplan 2022 haben wir dafür eine Zusage erhalten, zusätzlich bauen wir aber noch drei gleiche Einheiten, für die wir aber erst noch auf eine Fördermittelzusage warten“, sagt Flörl im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.
Des Weiteren sind in dem Komplex Räume für den gemeinsamen Sozialsprengel Kössen-Schwendt und eine Arztpraxis vorgesehen. Flörl hofft, dadurch einen weiteren praktischen Arzt nach Kössen holen zu können. Die Fertigstellung des neuen Sozialzentrums ist für Herbst 2022 geplant.
Weiterer Vorteil des Siegerprojekts der Villacher Architekten Gasparin und Meier, die sich gegen 56 andere Architekten bei einem Wettbewerb durchsetzen konnten, sind laut Flörl, dass die Einheiten für betreutes Wohnen auch geteilt werden können und so jeweils zwei zusätzliche Pflegezimmer entstehen könnten. Fast 7000 Quadratmeter des 9000 Quadratmeter großen Grundstücks, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, werden durch das zweigeschoßige Gebäude verbaut. 2000 Quadratmeter bleiben frei.
Flächenbedarf gebe es allerdings genug: Sowohl Kindergarten als auch Volksschule in Kössen platzen aus allen Nähten. Dass sich das Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde Schwendt finanzieren ließ, ist unter anderem den hohen Förderungen von Bund und Land zu verdanken.
Landesrat Johannes Tratter betonte beim Spatenstich, dass alleine aus dem Topf des Gemeindeausgleichsfonds 5,4 Millionen Euro kommen. „Alleine hätten wir das nicht stemmen können“, bedankte sich Flörl.
Noch länger als Flörl hat schon sein Amtskollege aus Schwendt, Bürgermeister Richard Dagn, Pläne für ein gemeinsames Pflege- und Altenwohnheim geschmiedet und freute sich gestern ebenfalls über den Baustart: „Es ist ein Riesenprojekt, mit dem wir die Zukunft der älteren Leute gestalten. Das geht nur, wenn alle in eine Richtung ziehen“, lobt er auch die Hartnäckigkeit von Flörl.
„Bei den Gemeinden heißt es ja oft: von der Wiege bis zum Grab. Da sind die Gemeinden schon sehr gefordert, die Infrastruktur für die Bürger zur Verfügung zu stellen. Alleine sind sie da oft überfordert“, erklärt Tratter und freut sich, dass bei der Ausschreibung fast nur heimische Firmen zum Zug gekommen sind.