Malchbach: Wildbachverbauung wird 30 Mio. Euro verschlingen

Der Hochwasserschutz für den Imster Bach wird binnen 20 Jahren realisiert. Der Bürgermeister rechnet noch mit zusätzlichen 25 Millionen Euro an Kosten.

Der Malchbach plätschert zumeist friedlich über die historischen Sperren und das sanierungsbedürftige Bett durch das Stadtgebiet.
© WLV

Von Alexander Paschinger

Imst – Es wird eine Herkulesarbeit: die Bändigung des Malch­baches, der mitten durch Imst fließt. Noch im September wird die Wildbachverbauung dem Gemeinderat das generelle Projekt vorstellen. Fest steht, es wird eine Gesamtsumme von 30 Millionen verschlingen und schon allein aufgrund der hohen Kosten und vielen Detail­arbeiten die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) Tirol gut 20 Jahre beschäftigen. Damit wird aber noch nicht die insgesamt problematische Situation rund um Imst gelöst, denn das Projekt am Piger, für das die Abteilung Wasserbau des Landes zuständig ist, liegt noch nicht vor. Der Imster Bürgermeister Stefan Weirather rechnet aber noch mit zusätzlichen 25 Millionen Euro an Kosten. Insgesamt müsse also mit einem Aufwand von 55 Millionen Euro für die Gesamtsicherung ausgegangen werden.

Der Imster Hochwasserschutz muss zweigeteilt gesehen werden, denn für die Wildbäche ist der Bund, sprich WLV, für die Gewässer im Tal das Land, sprich Wasserbau, verantwortlich.

© WLV

„Wir haben jetzt ein generelles Projekt für den Malch­bach, mit dem wir am 17. September in die Finanzierungsverhandlungen gehen können“, erklärt der Leiter der WLV Tirol, Gebhard Walter. Danach werde Gebietsbauleiter Daniel Kur der Gemeindepolitik die Maßnahmen konkret vorstellen.

„Wir sind ja froh, weil gerade im Oberlauf schon einiges bei den Geschiebebecken gemacht wurde“, sagt der Imster Bürgermeister. Auch der Fallmeralbach wurde bereits saniert. Nun stehen aber die „historischen Sperren“ im Mittellauf und vor allem das Bachbett durch Imst an, wie Walter betont.

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Die Schäden im Mauerwerk durch Imst sind enorm, wie Weirather und Walter festhalten. Das Problem ergibt sich vor allem daraus, dass es in der Stadt sehr eng wird und manche Häuser direkt an die Verbauung heranreichen.

„Wir haben vor allem in Sölden einiges an Erfahrung sammeln können“, erklärt der WLV-Landeschef. Am Rettenbach ist die WLV seit 2016 bei der Arbeit. Acht Millionen Euro kostet jenes Projekt, für das allein heuer 1,56 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Auch hier stand heuer der aufwändige, weil enge Abschnitt durch das Siedlungsgebiet an. „Schon allein deshalb haben wir uns entschieden, das Imster Malch­bach-Projekt auf 20 Jahre auszudehnen“, so Walter.

Weiterhin Geduld haben heißt es, was die Verbauung des Pigers im Imster Stadtgebiet angeht. „Wir warten“, so Weirather. Was sich allerdings schon positiv zu Buche schlägt, sind die Renaturierungsarbeiten zwischen Nassereith und Tarrenz. „Durch diese natürliche Retention im Gurgltal wird die befürchtete Hochwasserspitze von 133 auf 109 m³ pro Sekunde reduziert“, erklärt der Stadtchef.


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