Prozessauftakt in Wien: Pema-Gründer Schafferer klagt Investor Benko

Der Tiroler Immobilien-Unternehmer Markus Schafferer klagt seinen Landsmann, Investor René Benko, und den Wiener Investor Ronny Pecik, der seit April auch Boss der Immofinanz ist.

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René Benkos Gesellschaft wird geklagt.
© APA

Wien – Ein Prozess mit prominenter Besetzung hat gestern am Wiener Handelsgericht begonnen. Der Tiroler Immobilien-Unternehmer Markus Schafferer, Gründer und Hälfteeigentümer der Immobiliengesellschaft Pema, die Projekte wie die Pema-Türme in Innsbruck, aber auch die ehemalige Creditanstalt-Zentrale am Wiener Ring entwickelt, klagt seinen Landsmann, Investor René Benko, und den Wiener Investor Ronny Pecik, der seit April auch Boss der Immofinanz ist.

Pema-Miteigentümer Markus Schafferer zieht vor Gericht.
© Böhm

Es geht um Deals rund um die börsennotierte S Immo AG in den Jahren 2016 bis 2018. Der angesetzte Streitwert liegt bei 100 Millionen Euro. Das Verfahren dürfte sich dementsprechend in die Länge ziehen. In seiner Klagsschrift behauptet Schafferer laut trend, er habe 2016 eine exklusive Vereinbarung mit der Anadoria Investments Ltd. des russischen Oligarchen Roman Abramovich für den Erwerb von deren 7,6 Mio. S-Immo-Aktien zum Preis zwischen elf und zwölf Euro pro Stück getroffen. Anfang 2017 habe er Pecik als Partner mit Börsenerfahrung für den Deal gewonnen und eine Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen. Doch Pecik machte das Geschäft alleine. Jetzt fordert Schafferer eine „Naturalrestitution“ dieser 7,6 Mio. S-Immo-Aktien. Die Signa Holding kommt ins Spiel, weil Benko und Pecik in der Folge gemeinsam S-Immo-Anteile zukauften und eine Beteiligungsgesellschaft von Pecik mit der Signa Holding verschmolzen wurde, die deswegen als Rechtsnachfolgerin beklagt ist.

Schafferer führt vor Gericht den Bruch einer Vertraulichkeitsvereinbarung und missbräuchliche Verwendung von Geschäftsgeheimnissen als Klagsgrund ins Treffen. Die Gegenseite argumentiert, Schafferer habe nie einen Optionsvertrag mit den Abramovich-Leuten geschlossen – oder zumindest keinen vorgelegt. Im Laufe des Prozesses sollen 13 Personen einvernommen werden, eine davon soll aus New York anreisen oder zuschaltet werden. Wegen der Corona-Richtlinien werden die weiteren Verhandlungen in Seminarräumen abgehalten werden, erklärt der Mediensprecher des Handelsgerichts Wien, Jürgen Exner. Der nächste Prozesstag ist für 9. November geplant, dann sollen erste Beweismittel vorgelegt werden, um herauszufiltern, wie die Absprachen zwischen den Personen getroffen wurden. (ver)

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