Plötzlich ist alles gelb in Kufstein: „Aufpassen ist auch jetzt schon normal“

Der Bezirk Kufstein ist als einziger in Tirol auf der Corona-Ampel gelb eingestuft. Die Menschen und auch die Gäste können damit leben.

Seit Freitag leuchtet die neue Corona-Ampel im Bezirk Kufstein gelb. Bei einem Lokalaugenschein in Wörgl und Söll zeigen die Menschen viel Verständnis für die nun anstehenden Maßnahmen und haben damit kein großes Problem.
© Harald Angerer

Von Harald Angerer

Wörgl, Söll –Wie jeden Samstag war auch gestern wieder Markttag in der Wörgler Innenstadt. Es herrscht geschäftiges Treiben an den Ständen, mit dem inzwischen bekannten Abstand. Doch es mischen sich auch einige Personen darunter, die auch am Markt die Maske tragen. „Ich gehöre zur Risikogruppe und trage sie sowieso oft“, sagt Maria aus Wörgl. Dass der Bezirk Kufstein nun mit der Corona-Ampel gelb gekennzeichnet ist, hat für sie deshalb kaum Auswirkungen.

„Es ist völlig verständlich, dass bei steigenden Zahlen reagiert werden muss. Das ist für mich absolut nachvollziehbar“, sagt Heinrich aus Bad Häring. Eine große Umstellung seien die Auflagen für ihn nicht, das sieht auch Astrid aus Wörgl so. Auch sie kann die Einsetzung der Corona-Ampel verstehen. „Die Eigenverantwortung ist natürlich da, aber vielleicht wird sie durch die Ampel nun wieder etwas mehr ins Bewusstsein gerückt“, sagt die Wörglerin.

Aber noch nicht alle wussten gestern schon über die neue Regelung Bescheid. „Ich weiß zwar, dass die Ampel gestern gesetzt wurde und habe auch gehört, dass unser Bezirk nicht grün ist. Aber was das nun genau bedeutet, weiß ich noch nicht“, sagt Peter aus Wörgl. Aber er sieht die Sache entspannt, denn er ist Pendler und ohnehin gewöhnt, die Maske zu tragen.

Thomas aus Telfs verkauft an seinem Stand Senf und kann die Einführung der Corona-Ampel nachvollziehen.
© Angerer Harald

„Ich war gestern überrascht, als ich das gehört habe, aber hergekommen bin ich trotzdem“, sagt Thomas aus Telfs, der mit einem Stand am Markt vertreten war. Er findet die Idee mit der Ampel gut, das ermögliche eine gute Einschätzung der Situation. „Aufpassen ist ja auch schon jetzt normal, das machen wir ja sowieso, und bei Gelb achtet man halt vielleicht noch etwas mehr“, meint Thomas.

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Auch Touristen waren gestern in Wörgl am Markt unterwegs. „Wir haben von der Corona-Ampel gehört, auf unseren Urlaub hat das allerdings keine Auswirkung“, schildern Tanja und Michael. Sie kommen aus Dortmund. „Bei uns sind die Auflagen noch viel schärfer, da ist das hier in Österreich recht locker für uns“, betont das Paar. Man habe sich im Vorfeld über die Zahlen in der Region informiert und fühle sich sicher in Tirol.

Bei Stefan, Simone und Magdalena aus München sind die Masken ohnehin immer mit dabei.
© Angerer Harald

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Söll. An der Talstation der neuen Gondelbahn waren hauptsächlich Touristen und Tagesgäste unterwegs. „Das mit der Corona- Ampel wussten wir noch gar nicht“, bekennt Ste-fan, der mit seiner Frau Simone und Tochter Magdalena für einen Tagesausflug von München nach Söll zum Hexenwasser gekommen ist. „Wir haben die Sachen wie die Maske ohnehin immer dabei, für uns ist das kein Problem“, erklärt der Familienvater. Im Gegesatz zu Deutschland sei es auch mit einer Verschärfung der Auflagen noch immer lockerer. Dem pflichten auch Tina und Otto aus Hamburg bei. Sie sind übers Wochenende an den Wilden Kaiser gereist. „Wir fühlen uns wohl hier, auch mit Masken.“


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