Einsprüche bremsen Hochwasserschutz in Lienz: Isel-Verbauung frühestens 2021

Das Hochwasser Ende August hat den Iselsteg fast erreicht. Damit ist die geplante Isel-Verbauung wieder in den Fokus gerückt.
© Brunner Images

Von Catharina Oblasser

Lienz – Als am 30. August die Wellen gegen den Iselsteg in Lienz schlugen und der Steg deshalb gesperrt werden musste, wurde ein Thema wieder aktuell: der geplante Hochwasser-Schutzbau innerhalb der Stadt. Vor sieben Jahren wurde das Projekt im Gemeinderat vorgestellt, seither läuft die Umsetzung. Nach jüngsten Schätzungen kostet das Projekt 6,6 Millionen Euro, die von Bund, Land und Stadtgemeinde Lienz getragen werden.

„Voraussichtlich können wir frühestens mit Ende 2021 beginnen“, meint die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Vielleicht auch erst 2022.“ Ob diese Schätzung hält, muss sich erst zeigen. Der Corona-Ausnahmezustand hat übrigens keine Auswirkungen darauf.

Einer der Gründe für die lange Dauer des Verfahrens ist eine Um- und Neuplanung im Verlauf des Projekts, die mit der Geschiebe-Messstelle beim Iselsteg zu tun hat. Erst hatte es so ausgesehen, dass die Messstelle – eine Stahlkonstruktion im Flussbett – an Ort und Stelle bleiben muss. Somit hätte man den Fluss nur teilweise eintiefen können, am restlichen Uferverlauf wären hohe Schutzmauern nötig gewesen. Doch heute ist alles anders. Die Geschiebe-Messstelle darf nun doch entfernt werden, die Isel kann somit über ihren gesamten Verlauf durch Lienz tiefergelegt werden, was mehr Sicherheit bringt.

Auf der anderen Seite verlängert dies die Verfahrensdauer. Ein neues Projekt bedeutet auch neue Gutachten, neue Unterlagen, neue Planungen und neue Genehmigungen. Diese liegen inzwischen vor, erklärt die Bürgermeisterin. „Es ist ein genehmigtes Projekt, von Seiten der Stadt sind alle nötigen Beschlüsse gefasst worden.“

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Nun ist die Behörde am Zug. „Erforderlich sind ein wasserfachliches und ein naturkundefachliches Gutachten“, informiert Walter Hopfgartner von der Abteilung Wasserbau des Baubezirksamtes Osttirol. „Danach folgt aller Voraussicht nach noch eine mündliche Verhandlung.“ Ob sich das alles bis Ende 2021 ausgeht, wagt Hopfgartner nicht zu beurteilen.

So wie bei vielen großen Bauvorhaben müssen die Projektbetreiber auch bei der Iselverbauung mit Einsprüchen zurande kommen. Ein Anrainer macht von seinem Recht, Einwendungen zu erheben, regelmäßig Gebrauch – schon seit das Projekt bekannt wurde. Er ist der Meinung, dass die geplante Verbauung eine Gefahr für die Anwohner bedeuten würde. Nun ist das Projekt zwar genehmigt, doch im Zuge der Verhandlungen und sogar während des Baus gibt es Gelegenheit für weitere Einwände, die jedes Mal geprüft werden müssen. Das bedeutet, es dauert länger.

Elisabeth Blanik sieht das gelassen. „Es stimmt, dass die Einsprüche das Vorhaben verzögert haben. Die Begutachtungen dauern ihre Zeit“, so Blanik. Aber dieses Recht hätte eben jeder Bürger und jede Bürgerin.


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