Grüne Solidaritäts-Demo nach Zerreißung von Regenbogenfahne

Grüne, SPÖ und NEOS wollen nach dem Zerreißen einer Regenbogenfahne in Wien bei einer Kundgebung von teils rechtsextremen Gegnern der Corona-Maßnahmen Zeichen setzen. So meldete Ewa Ernst-Dziedzic, Menschenrechtssprecherin der Grünen, für Montagabend kurzfristig eine Demonstration gegen die Vorkommnisse an. Prompt kündigte die Gegenseite an, diese auch noch stören zu wollen.

„Hass gegenüber LGBTIQ Personen muss mit allen Mitteln der Demokratie bekämpft werden, damit er nicht zum schleichenden Gift unserer Gesellschaft wird“, reagierte Ernst-Dziedzic in einer Aussendung. Sie erwartet sich eine „unmissverständliche Klarstellung von der Gruppe, die die Kundgebung zu verantworten hat, samt Erklärung, wie es dazu kommen konnte“. Die Verantwortlichen sollten sich „in aller Form bei der LGBTIQ Community entschuldigen“.

Eine Entschuldigung der homosexuellenfeindlichen Aktivisten war am Montag nicht zu erwarten, kündigten diese doch an, auch bei der Kundgebung der Grünen um 19.00 Uhr auf dem Platz der Menschenrechte in Wien-Neubau aufzutauchen. In einem von Ernst-Dziedzic auf Twitter geteilten Video der Aktivisten gegen die Corona-Maßnahmen wurde Homosexuellen weiterhin hartnäckig Pädophilie und andere Absichten unterstellt. Man wolle mit mindestens zehn bis 20 Leuten auftauchen, kündigte man an.

Eine andere Solidaritäts-Maßnahme forderten die NEOS. Der Vorfall am Wochenende zeige, dass Homophobie noch immer ein weitverbreitetes gesellschaftliches Phänomen sei, das Verschwörungstheoretiker weltweit in der Corona-Krise noch befeuerten, sagte Shetty. „Wir fordern daher, dass alle öffentlichen Gebäude in Österreich mit der Regenbogenfahne beflaggt werden.“

Für die SPÖ kündigte Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) an, in der sie die Hintergründe der Fahnen-Zerreißung geklärt haben will. Die Anfrage an Nehammer soll die Frage klären, wer diese Veranstaltung angemeldet und finanziert hat. Bei der Demonstration am Samstag in der Wiener Innenstadt war nicht nur die Fahne zerrissen worden, sondern waren auch von einer Frau auf der Bühne Homosexuelle als Kinderschänder beschimpft worden.


Kommentieren


Schlagworte