765 Unterschriften gegen Kindergarten-Standort in Schwendau

Der geplante Schwendauer Kindergarten auf dem Park-Areal „Drei Linden“ stößt auf Widerstand. Die Mehrheit im Gemeinderat ist dafür, der Ortschef aber nicht.

„Der historische Platz bei den „Drei Linden“ soll wie bisher erhalten und nicht bebaut werden“, sagt Gerhard Schiestl, der mit einigen Unterstützern 765 Unterschriften dazu an BM Franz Hauser (4. v. r.) übergab.
© Wechselberger

Von Angela Dähling

Schwendau – Geht es hier um die Kinder oder um die Vergoldung von Freilandgrund? Das fragen sich manche in Schwendau angesichts von Plänen des Gemeinderates, einen neuen Kindergarten am historischen Areal rund um die „Drei Linden“ zu bauen. Der direkte Anrainer Gerhard Schiestl sammelte in den letzten zweieinhalb Monaten insgesamt 765 Unterschriften von 468 Schwendauern und 297 anderen Bürgern gegen das Projekt. Kürzlich übergab er sie an seinen Nachbarn Bürgermeister Franz Hauser, der ebenfalls einen anderen Standort für den Kindergarten favorisiert. Allerdings ist ihm die Stimmenmehrheit im Dorfparlament abhanden gekommen. Hauser stellt klar: „Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Kindergarten nicht bei den ,Drei Linden‘ realisiert wird und der historische Platz erhalten bleibt.“ Hauser will die Gemeindeaufsicht einschalten, weil allein für den Baugrund 700.000 Euro mehr ausgegeben werden müssten als für einen Ausbau des so genannten Reiterhauses in der Augasse nötig wären, in dem sich die Kinderkrippe befindet. Für die 860 m² davorliegende gewidmete Sonderfläche hat die Gemeinde bereits ein Kaufangebot – um 300 €/m².

Auf diesen Preis stützen die 15 bäuerlichen Grundbesitzer, denen das rund 2400 m² große, als Park ausgewiesene Areal bei den „Drei Linden“ gehört, ihren Verkaufspreis von 290 €/m². Drei der Bauern sind auch Gemeinderäte in Schwendau. BM Hauser: „Die Fläche wurde mit 34 €/m² vom Land bewertet. So viel wurde hier auch bei der Landesstraßenverbreiterung bezahlt.“ Zu den 2400 m² Grund kämen weitere 700 m² von einem einzelnen Bauern, der dafür eine gleich große Tauschfläche in Form von VertragsraumordnungsBauland in Neu-Burgstall von der Kommune haben möchte. Das Bauland dort kostet mit 200 €/m² weniger als der beabsichtigte Freilandpreis. Der Mann möchte die restlichen 90 €/m² auf den Freilandpreis ausbezahlt bekommen.

Die Opposition mit VBM Hannes Emberger sieht im Bau des Kindergartens eine Aufwertung des „Drei Linden“-Areals und kritisiert den begrenzten Platz beim Reiterhaus: „Dort wird es in fünf Jahren schon wieder zu eng sein. Wir brauchen einen Standort, der die nächsten 30 Jahre passt.“ Am Donnerstag wird sich der Gemeinderat neuerlich mit der Standortfrage befassen. Einen Grundsatzbeschluss dazu, dass der Kindergarten bei den „Drei Linden“ realisiert werden soll, gibt es bereits.


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