Foda sieht trotz Niederlage gegen Rumänien Positives

Die 2:3-Heimniederlage am Montag in der Nations League gegen Rumänien soll das österreichische Fußball-Nationalteam nicht aus der Bahn werfen. Teamchef Franco Foda ist für den weiteren Verlauf des Herbstes zuversichtlich. Mitte Oktober stehen die drei nächsten Länderspiele auf dem Programm. Foda kündigte an, bei der Zusammenstellung des Kaders möglicherweise „neue Wege“ zu gehen.

Seine Auswahl ist in den ersten Länderspielen des Jahres größer geworden. In Abwesenheit von Stammkräften wie David Alaba, Marko Arnautovic, Valentino Lazaro oder Konrad Laimer drängten sich mit Christoph Baumgartner ein Neuling und mit Xaver Schlager ein im Vorjahr lange verletzter Akteur für regelmäßige Einsätze auf. „Obwohl wir so in dieser Konstellation fast noch nie zusammengespielt haben, fand ich es gut“, sagte Foda.

Der Deutsche lobte vor allem das Verhalten in Ballbesitz. Die Defensive, beim 2:1-Auftaktsieg am Freitag in Norwegen noch sehr sattelfest, gefiel ihm gegen Rumänien weniger. „Wir waren zu fehleranfällig“, meinte Foda. „Es sind Unkonzentriertheiten, die kommen vor, aber die muss man abstellen.“ Im Idealfall bereits im Oktober, wenn es nach einem Test erneut in Klagenfurt gegen Griechenland (7.) in der Nations League auswärts gegen Nordirland (11.) und Rumänien (14. Oktober) weitergeht.

„Der nächste Lehrgang wird sehr intensiv mit drei Länderspielen, da müssen wir uns etwas überlegen“, meinte Foda. „Vielleicht gehe ich da auch einmal komplett neue Wege.“ Es könnten mehr als die zuletzt üblichen 23 Spieler einberufen werden - und die Einsatzzeiten dadurch aufgeteilt werden. Mit dem wegen der Quarantänebestimmungen verhinderten Arnautovic will der Teamchef demnächst wieder telefonieren. Die reguläre Meisterschaft des China-Legionärs läuft bis Ende September, danach folgt aber noch ein Play-off.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Andere Akteure werden definitiv zurückkehren. Zudem meinte Foda: „Im Oktober werden die Spieler sicher in anderer Verfassung kommen.“ Mit Pflichtspielen in den Beinen nämlich. Durch die unterschiedlichen Stadien der Saisonvorbereitung befanden sich die ÖFB-Kicker zuletzt auf verschiedenen Fitnesslevels. Kapitän Julian Baumgartlinger etwa wurde nach einem Kurzeinsatz in Norwegen gegen Rumänien nach einer Stunde ausgewechselt.

Die physische Situation nach der Corona-Pause sei außergewöhnlich gewesen. „Das war aber nicht der Grund für die Niederlage“, betonte Foda. „Trotz der Ausfälle und trotz des Rückstandes hätten wir das Spiel noch drehen können. Wir haben bis zum Schluss Druck ausgeübt.“ Zumindest ein Unentschieden wäre seiner Meinung nach verdient gewesen. Das Team habe es im Finish aber verabsäumt, mehr über die Flügel anzugreifen.

Die Österreicher verzeichneten 62 Prozent Ballbesitz. Foda wollte nicht von einem Rückschlag sprechen. „Ich bin mit der Mannschaft nicht unzufrieden, außer vom Ergebnis her.“ Das Lob nach dem Auftritt in Norwegen sei berechtigt gewesen. „Aber es ist wichtig, dass man weiterhin konzentriert bleibt. Wir haben überall ein paar Prozent liegen gelassen, das darf nicht passieren.“ Etwa im Umschaltverhalten von Offensive auf Defensive. „Das hat zu lange gedauert.“ Dazu seien Flanken unpräzise gewesen.

Nicht so zur Entfaltung wie in Oslo kam Marcel Sabitzer. Der Kapitän von Champions-League-Halbfinalist RB Leipzig sollte laut Foda gegen den Ball auf dem rechten Flügel agieren, in Ballbesitz aber ins Offensivzentrum rücken. „Das haben wir über weite Strecken gut gemacht. Oft hat dann aber insgesamt der finale Ball gefehlt.“ Auf eine Rolle für Sabitzer, in Abwesenheit von Arnautovic und Alaba der Topstar im Team, wollte sich der 54-Jährige nicht festlegen: „Marcel kann auf allen Positionen vorne spielen.“ Auf seiner bevorzugten im Zentrum herrscht derzeit aber ein Überangebot.

Das ÖFB-Ziel in der Nations League lautet weiterhin Gruppensieg und Aufstieg in die A-Liga. „Wir wollen aber auch Spieler einbauen für die Zukunft und da eine Balance finden“, sagte Foda. Immerhin stehen im nächsten Jahr EM und WM-Qualifikation an. „Es ist nicht so, dass wir den Anspruch stellen, dass wir jetzt jedes Spiel gewinnen.“ Es habe sich bewahrheitet, dass die Gruppe mit dem neuen Leader Rumänien, Norwegen und Nordirland sehr ausgeglichen sei. Foda: „Vier Punkte nach zwei Spielen war so unser Wunsch. Jetzt haben wir einen weniger. Aber es gibt noch vier Spiele zu absolvieren.“


Kommentieren


Schlagworte