Streit um Gemeindewerke Telfs kocht weiter hoch

Das Rathaus in Telfs.
© Domanig

Telfs – In der hitzigen Debatte über Konflikte zwischen der Geschäftsführung der Gemeindewerke Telfs (GWT) und einem Teil der Mitarbeiter sorgt nun ein Postwurf an die Telfer Haushalte für weitere Aufregung: In der Aussendung, unterschrieben mit „Die deutlich überwiegende Mehrheit der GWT-Belegschaft“, aber namentlich nicht unterzeichnet, schließen sich die Verfasser der jüngsten Kritik von Gemeindevorständin Angelika Mader (ÖVP) an.

In den zwei Jahren unter dem neuen Geschäftsführer sei das Betriebsklima „auf einem historischen Tiefpunkt“ angelangt. Ein Teil der Belegschaft habe die GWT seither bereits verlassen, „die meisten davon unfreiwillig“. Die meisten Mitarbeiter seien „eingeschüchtert“, „Androhung von Entlassungen, Kündigungen, Verwarnungen, lautstarkes öffentliches Zurechtweisen durch den Geschäftsführer“ seien „mittlerweile an der Tagesordnung“.

Der Hintergrund für die Eskalation sei politisch, so die Verfasser unter Verweis auf die „Causa Mader“: Wie berichtet, wird der Gemeindevorständin vorgeworfen, sie habe in ihrem Privathaus einen GWT-Mitarbeiter „pfuschen“ lassen, was Mader vehement bestreitet. Dabei sei es zu einem „Verhör“ des beschuldigten Mitarbeiters durch GWT-Geschäftsführer Dirk Jäger und BM Christian Härting (Liste „Wir für Telfs“) gekommen – obwohl Härting „keinerlei Funktion in Sachen Personalwesen bei den GWT“ ausübe. Statt diese „politische Instrumentalisierung“ abzuwehren, habe die Geschäftsführung eine Klage auf Entlassung des Mitarbeiters und Betriebsrates eingebracht. Einem weiteren langjährigen Mitarbeiter, der sich über diese Vorgangsweise beschwert habe, würden nun „völlig haltlos“ strafrechtliche Vergehen vorgeworfen.

Die Gemeindewerke-Führung sieht das, wie berichtet, völlig anders. Laut Anwalt der GWT soll bei den betreffenden Mitarbeitern ein Verdacht auf Arbeitszeitbetrug und Falschbeurkundung bestehen, es handle sich derzeit um ein schwebendes Verfahren. „Es ist mir in aller Tragweite bewusst, dass es für die betroffenen Mitarbeiter und ihre Familien schwierig ist, aber ich kann aufgrund der Faktenlage leider nicht anders handeln“, erklärt GF Jäger. (TT, md)

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