Renaturierung im Gurgltal nimmt Druck vom Piger

Zwischen Nassereith und Dollinger Lager sind die Arbeiten fertig gestellt. Es gibt auch schon den Wunsch einer Verlängerung in Richtung Tarrenz.

Der Gurglbach darf sich von Nassereith bis Dollinger Lager wieder in Mäandern ausbreiten.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Nassereith, Tarrenz, Imst – Wo einst der Gurglbach (der ab Tarrenz seinen Namen in Piger ändert) stur und kerzengerade in einem Kanal in Richtung Inn rauschte, plätschert nun auf einem Abschnitt von etwa einem Kilometer ein beschaulicher Gebirgsbach. Die Renaturierung zwischen Nassereith und Dollinger Lager ist mittlerweile abgeschlossen. „Es gibt dann noch eine Endbesichtigung mit der Umweltabteilung des Landes – und dann sollten noch ein paar Bänke aufgestellt werden“, freut sich der Nassereither Bürgermeister Herbert Kröll. Für ihn ist das Projekt, für das ursprünglich 1,8 Millionen Euro vorgesehen waren, abgeschlossen. Fast – denn im nächsten Jahr sollen die Renaturierung und der neue Gurgltalradweg noch mit einem gebührenden Fest offiziell gefeiert werden.

Auch in der Abteilung Umweltschutz des Landes zeigt man sich über das bislang Erreichte erfreut. Immerhin wurde dem Gurglbach wieder mehr Raum gegeben, neue Biotope können sich bilden und auch der Erholungswert der Landschaft konnte sichtlich gesteigert werden. Der Gurglbach zieht wieder in Mäandern seine Kurven, und die Botanik wird sich die frischen Schotter-Böschungen bald wieder zurückholen.

„Wir wären nicht abgeneigt, das Projekt in Richtung Tarrenz fortzusetzen“, heißt es vorsichtig aus der Umweltabteilung des Landes. Denn dazu müsste man erst einmal die Grundeigentümer in einer Informationsveranstaltung gewinnen. Das meint auch die Tarrenzer Gemeindeführung. Dass es der Gemeinde selbst aber ein Anliegen ist, zeigte zuletzt ein einstimmiger Grundsatzbeschluss, dass man im Falle einer Erweiterung geeignete gemeindeeigene Grundstücke als Tauschflächen zur Verfügung stellen würde. Allerdings wollen sowohl Bürgermeister Rudolf Köll als auch sein Vize Stefan Rueland den notwendigen Gesprächen mit den Grundeigentümern nicht vorgreifen.

Von einer Fortsetzung der Maßnahmen wäre auch der Imster Stadtchef Stefan Weirather begeistert: „Die Retention im Gurgltal hat für unser anstehendes Hochwasserschutzprojekt am Piger Auswirkungen – die befürchtete Spitze ging bereits von 133 auf 109 m³ pro Sekunde zurück.“ Sollten die Renaturierungsarbeiten fortgesetzt werden, könnte der Druck, der auf dem Unterlauf des Pigers lastet, noch mehr sinken.

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