Pulitzer-Preisträger Richard Russo: Die Vorsehung im Nachhinein

Pulitzer-Preisträger Richard Russo eröffnet am Freitag das Haller Sprachsalz-Festival. Die TT hat mit ihm über die Unwahrscheinlichkeit eines glücklichen Lebens gesprochen.

Richard Russo gewann 2002 für seinen Roman „Diese gottverdammten Träume“ den Pulitzer-Preis.
© imago stock&people

In den vergangenen Wochen sind zwei Ihrer Bücher auf Deutsch erschienen. Ich möchte mit dem kürzeren beginnen, das den schönen Titel „Sh*tshow“ trägt.

Richard Russo: Wenn man an die letzten Monate denkt, ein fast prophetischer Titel.

Die Erzählung beginnt mit orangen Fäkalien im Pool eines gutsituierten Paares. Man kommt nicht umhin, an den amtierenden US-Präsidenten zu denken.

Russo: Ich wollte kein Buch über Trump schreiben, aber ein Buch, in dem Trump da und doch nicht da ist. Es geht darum, wie eine Gesellschaft vergiftet wird – um den Gestank, der sich überall breit macht und alle aggressiv macht. Genau das ist meinem schon vor Trump gespaltenen Land passiert – und ich befürchte, dass sich dieser Gestank nicht sofort verzieht, wenn Trump nicht mehr im Amt ist.

Sie rechnen mit seiner Abwahl?

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