Beschwerde zu Landecker TVB-Projekt eingereicht

Angrenzend an das Reschenscheideckhaus (rechte Bildhälfte) im Stadtzentrum von Landeck soll 2021 das TVB-Haus gebaut werden. Im Vordergrund der Stadtbrunnen von Franz Xaver Hauser (1924–1999)
© Wenzel

Landeck – Seit mehr als zehn Jahren will der TVB Tirol-West weg vom wenig attraktiven Büro-Standort unweit der südlichen Stadtausfahrt. Mühsam war die Projektentwicklung am neuen Standort Reschenscheideckhaus.

„Die Stadt hat ihre Hausaufgaben längst gemacht“, sagte VBM Thomas Hittler. „Meines Wissens gibt es demnächst auch den Baubescheid.“ Nicht verschwinden werde die nahe gelegene Bushaltestelle. Die Architektin habe „eine gute planerische Lösung gefunden“.

Trotzdem gibt es kritische Stimmen zum geplanten Objekt, das laut Architektin Bettina Platter im Frühjahr 2021 gebaut werden soll. Touristiker Karl Graber reichte diese Woche eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde ein – bei der Tourismusabteilung des Landes. „Es stellt sich die Frage, ob ein Neubau tatsächlich nötig ist. Landeck hat einen Leerstand von mehr als 4000 Quadratmetern Fläche“, zeigt Graber auf. Er plädiert, der TVB solle den Empfehlungen des Landes folgen und einen Beitrag zur Ortskernrevitalisierung leisten. Die Baukosten von 700.000 Euro würden gesprengt, letztlich werde der Bau 840.000 Euro und damit einen Großteil der Aktiva des Verbandes verschlingen. „Die Einnahmen des Verbandes sind derzeit im Keller, die Zukunft ist unsicher“, so der Beschwerdeführer. Reserven seien „existenznotwendig“, auch zur Sicherung der Mitarbeiter-Jobs. „Tirol-West ist einer der kleinsten Verbänd­e Tirols und die Bettenzahl nimmt ständig ab.“

TVB-Geschäftsführerin Simon­e Zangerl und die Architektin verteidigten das Projekt. Man habe sich für „ein schlichtes, einladendes und funktionelles Objekt an einem idealen Standort“ entschieden, das einen Beitrag zur Belebung der Bezirksstadt leisten werde. (hwe)


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