Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt in Kolumbien

In Kolumbien ist es wegen des Todes eines Mannes nach einem Polizeieinsatz zu Protesten und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Demonstranten griffen Polizeiwachen und Banken an. Dutzende Personen wurden festgenommen, es gab zahlreiche Verletzte. Bereits am Mittwoch waren bei ähnlichen Unruhen in der Hauptstadt Bogotá und dem Vorort Soacha mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

Die Demonstranten warfen Steine und Brandbomben, zündeten Reifen und Müllcontainer an und blockierten Straßen im Stadtgebiet von Bogotá, wie kolumbianische Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) berichteten. Auch in anderen Städten wie Medellín oder Cali kam es zu gewaltsamen Protesten und Zusammenstößen.

Bogotás Bürgermeisterin Claudia López zufolge wurden in der Hauptstadt mehr als 390 Zivilisten und Polizisten verletzt. Mehr als 50 Polizeiwachen, Dutzende Autos und Busse, Geschäfte und Banken wurden beschädigt und teilweise in Brand gesetzt.

Vor allem in Bogotá gab es Verwüstungen und Zusammenstöße mit Sicherheitskräften. Manche Stadtteile erinnerten an Kriegsgebiete. López warf der Polizei vor, wahllos Waffengewalt einzusetzen. Staatspräsident Iván Duque rief zur Ruhe auf und warnte davor, die Polizei zu stigmatisieren.

Auslöser der Proteste war der gewaltsame Tod des Anwalts Javier Ordóñez im Zuge einer Polizeikontrolle in Bogotá am Dienstag gewesen. Die beiden beteiligten Polizisten kontrollierten Berichten zufolge die Einhaltung von Corona-Vorschriften und warfen dem 46-Jährigen sowie seinen Freunden vor, Alkohol auf der Straße zu trinken. Auf einem Video ist zu sehen, wie die Beamten Ordóñez zu Boden drücken und ihm wiederholt mit einer Elektroschockwaffe zusetzen. Anschließend sei er auf eine Wache gebracht worden, auf der Beamte ihn geschlagen haben sollen. Im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.


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