Zafira-e Life und Vivaro-e: Leben und laden lassen

Opel arbeitet konsequent an der Elektrifizierung seiner Palette: Mit Zafira-e Life und Vivaro-e gehen die nächsten beiden Stromer der Rüsselsheimer an den Start.

Der Cargo-Van Vivaro-e ist in der Praxis gleich flexibel und in ebenso vielen Varianten konfigurierbar wie in der Diesel-Variante.
© Opel

Von Stefan Pabeschitz

Rüsselsheim – Bis vor Kurzem hatten sie völlig unterschiedliche Stammbäume, aber seit 2019 sind sie Zwillinge: Der ehemalige Kompakt-Van Zafira und der als Kleinbus oder Lieferwagen angebotene Vivaro sind die jüngsten Sprosse der fortschreitenden Peugeoti­sierung von Opel – und echte Globalisten dazu: In weiteren Identitäten sind sie als Citroën Jumpy und SpaceTourer, Peugeot Expert und Traveller sowie Toyota Proace und Verso unterwegs.

Eine Vorreiterrolle übernimmt Opel allerdings mit der umfassenden Elektrifizierung: Ende nächsten Jahres werden bereits alle Cargo-Modelle der Marke auch in einer Batterie-Variante erhältlich sein, bis 2024 soll es ohnehin jeden Opel alternativ auch mit Akku-Antrieb geben.

Die beiden nun nachrückenden Stromer haben jedenfalls gegenüber den Diesel-Versionen keine Nachteile bei Variabilität, Tragfähigkeit oder Ladevolumen. So werden Zafira-e Life und Vivaro-e etwa ebenfalls mit zwei Radständen und in drei Längen angeboten, der Cargo-Van mit bis zu 6,6 Kubikmetern und 1,275 Tonnen Zuladung, dazu auch als Plattform-Modell für variable Aufbauten. Die maximale Anhängelast beträgt eine Tonne, der für Shuttle-Dienste, aber auch als Familien-Transporter konzipierte Zafira-e punktet mit dafür praktischen Lösungen wie zwei elektrischen Schiebetüren und variabler Bestuhlung für bis zu neun Passagiere.

Schlau bemessenes Raumwunder: Dank nur 1,90 Meter Bauhöhe ist auch der vollelektrische Zafira-e Life tiefgaragentauglich.
© Opel

Der elektrische Antriebsstrang ist identisch mit dem aus dem Corsa-e und wird hier von Batterien zu 50 oder 75 kWh gespeist, für die Lang-Varianten sind nur die stärkeren Akkus im Programm. Rechnerisch ist das gut für Reichweiten von 230 und 330 Kilometern – allerdings beziehen sich diese Angaben auf unbeladene Fahrzeuge. Um wie viel sich die zurücklegbaren Distanzen mit Beladung verringern, ist derzeit noch nicht bekannt. Besonders im innerstädtischen Einsatz dürfte das aber kaum relevant werden, weil hier die neuerlich optimierte Energierückgewinnung durch Brems-Rekuperation verstärkt Ausgleich schafft: In einem Life-Test unter Idealbedingungen schaffte ein Vivaro-e sogar beachtliche 477 Kilometer.

Nach unseren Testfahrten in und um Rüsselsheim wiesen beide Modelle ein konstantes Verhältnis von rechnerischer Reichweite und tatsächlich zurückgelegter Distanz auf. Allerdings heißt es dafür auf die Höchstleistung von 136 PS zu verzichten – die werden nur im Power-Fahrmodus geboten, in dem die Reichweite allerdings auf gut die Hälfte sinkt. In den Stufen Normal und Eco werden nur 109 und 82 PS aktiv, auch das Drehmoment sinkt dann von 260 auf 210 und 190 Newtonmeter. Gut für die Reichweite, genug für ein leidliches Mitschwimmen im Verkehr, nicht aber für flotte Manöver.

Die würden dem somit zumindest wahlweise dynamischen Duo an sich liegen: Der tiefe Schwerpunkt der in der Bodenplatte sitzenden Batterie sorgt für noch solideres und stabileres Fahrverhalten, als die Diesel-Varianten aufbieten, auch die Seitenwindanfälligkeit wird dadurch geringer.

Was die Haltbarkeit der Akkus angeht, ist Opel zuversichtlich und spendiert ihnen acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie für mindestens 70 Prozent Leistung. An einem Schnell-Lader sind 80 Prozent der maximalen Akku-Leistung bei der 50-kWh-Batterie in 30 Minuten erreicht, bei der 75-kWh-Variante in 45 Minuten.

In Österreich starten die beiden Stromer ab Oktober in den Markt, der bei gewerblicher Nutzung vorsteuerabzugsberechtigte Zafira-e Life ab brutto 57.650 Euro, die Nettopreise für den flexiblen Lastenesel Vivaro-e beginnen bei 32.000 Euro.


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