S3, SQ7, SQ8: Kräftiges Lebenszeichen von Audi

Traditionspflege nach Audi-Art: Mit S3, SQ7 und SQ8 legen die Ingolstädter dort nach, wo der Aufstieg der Performance-Marke einst begonnen hat.

Souveräne Kraftpakete: SQ7 (l.) und SQ8 (r.) lassen mit V8-Power, 507 PS und vielen technischen Gustostückerln keine Wünsche offen; der S3 hält auch fahrdynamisch, was sein optischer Auftritt verspricht.
© Audi

Von Stefan Pabeschitz

Neuburg/Donau – Seit im vergangenen Jahr S4 und S6 überraschend mit Diesel­motoren bestückt wurden, war schon zu befürchten, Aud­i würde künftig S generell als Code für Selbstzünder interpretieren. Die neuen Modelle geben hier erst einmal Entwarnung – beginnen wir beim Einsteiger:

Der S3 trägt unter der Haube, was auch alle seine Vorgänger seit 1999 schon befeuert hat – einen Vierzylinder-Turbo, der seine Kraft über den Quattro-Antrieb auf alle viere verteilt. Beim TFSI-Motor wurde an Lade- und Einspritzdruck, Ventilsteuerung und Ladeluftkühler getüftelt, das Ergebnis sind 310 PS, 400 Newtonmeter Drehmoment und 4,8 Sekunden für den Hunderter-Sprint. Auch die Schaltfrequenzen der 7-Gang-Doppelkupplungsautomatik wurden abermals verkürzt.

Als Draufgabe ist beim S3 jetzt ein modularer Fahrdynamik-Regler an Bord, der über den Lenkwinkel angesprochen wird und Dämpferkennung, Motormanagement sowie über sanfte Bremseingriffe den Schlupf der Räder steuert – jeweils dem gewählten Fahrmodus entsprechend. Die vier End­rohre der Auspuffanlage sind, wie die Ingenieure es als Abgrenzung zur Modesünde der Fake-Blenden nennen, „heiß“ – und klingen auch so.

Der S3 macht schon nach wenigen Metern klar, dass er fahrdynamisch alle Traditionen hochhält – beeindruckend, auf welchem Niveau und mit wie viel Präzision das Handling hier passiert, mit welcher Spurtreue der kompakte Ingolstädter durch die Kurven geht, welche Reserven er dabei noch hat. Die Tendenz zum minimalen Untersteuern wurde mit dem neuen elektronischen Zentralmanagement praktisch eliminiert, im Sportprogramm lässt es aber genau die Kraftüberschüsse zu, die den Grip ans Limit bringen, ohne es zu überreizen. Mit ausgeschaltetem ESP geht auch das, der S3 schiebt dann berechenbar über beide Achsen, das recht­e Pedal lässt sich dabei willig zur Lenkunterstützung einsetzen.

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Wer das alles ein wenig zu verschwitzt und pubertär findet, aber auf machtvoll­e Leistung nicht verzichten will, wird eventuell eher bei SQ7 und SQ8 fündig. 507 PS und 770 Newtonmeter Drehmoment aus dem V8-Biturb­o sollten dafür ausreichen, das Ganze auf eine sportlich abgestimmte Luftfederung gepackt und beim SQ7 auf Felgen von 20 bis 22 Zoll gestellt, beim SQ8 auf 21 bis 23 Zoll. Mit vier Rädern wird nicht nur angetrieben, sondern auch gelenkt, optional gibt’s noch ein Fahrwerks­paket mit Wankstabilisierung und Sportdifferential sowie rabiat zupackende Keramik­bremsen.

Den beiden Zweieinhalbtonnern hat Audi damit fast kompakte Fahreigenschaften anerzogen, wobei sich das Fühlen hier dennoch ganz anders darstellt als im S3: Wo der das spürbare Spiel mit der Fahrdynamik zulässt, überzeugen die Sport-SUV mit absoluter Souveränität – erst der Blick auf den Tacho klärt oft darüber auf, mit welchem Tempo man gerade unterwegs ist, ohne davon etwas gemerkt zu haben. Günstig, wenn das passiert, bevor die uniformierte Ordnungsmacht es auch mitbekommt. Jedenfalls passieren Leistungsabgabe und Traktion hier völlig unbeeindruckt von äußeren Umständen wie Fahrbahn­oberfläche oder Witterung, im SQ8 dank einer gegenüber dem SQ7 noch etwas sportlicheren Auslegung der Luftfederung um einen Deut griffiger und direkter. Für Zahlenfreunde: Beide SUV spurten aus dem Stand in 4,1 Sekunden auf 100, bei 250 km/h wird elektronisch abgeriegelt.

Zum Marktstart im Oktober ist der S3 als fünftüriger Sportback ab 52.700 Euro gelistet, die Preise für die Limousine folgen noch. Für die souveräne V8-Power im SQ7 sind 120.650 Euro zu berappen, wer sie im SQ8 genießen will, muss 135.310 Euro bereitlegen.


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