Ford: Von Kopf bis Fuß auf Strom eingestellt

Achtzehn Teil- und Vollelektriker will Ford bis Ende 2021 liefern. Davon sind für heuer vierzehn angekündigt.

Neuer SUV-Häuptling bei Ford: der Explorer. Plug-in-Hybrid mit 457 PS Systemleistung.
© Ford

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Pörtschach – Umfassend legt Ford die Antriebsstrang-Elektrifizierung an. Und investiert dafür global rund zehn Milliarden Euro. Die bis Ende des kommenden Jahres angekündigten achtzehn Modelle sind 48-Volt-Mild-, Voll- und Plug-in-Hybride sowie Batterie-Stromer. Elektro-Schub wird installiert in jeder Pkw-Sparte, ebenso im Segment der leichten Nutzfahrzeuge. Generell setzen die Kölner, wie fast alle anderen Hersteller auch, bei Verbrenner-Stromer-Kooperationen auf Benziner. Ausnahme ist, dass milde Hybridisierung auch für Diesel gilt.

Eines der Hauptaugenmerke liegt auf den SUV-Modellen. Mächtigstes Zeugnis dessen ist das neue Flaggschiff Explorer PHEV. Ein Alzerl länger als fünf Meter und siebensitzig wird der Plug-in-Hybrid angetrieben von einem 3,0-Liter-V6-Benziner mit 363 PS, assistiert von einem E-Aggregat mit 102 PS. Das ergibt 457 PS Systemleistung plus 825 Nm Drehmoment-Maximum, sortiert von einer Zehngang-Automatik. Allradantrieb gehört fix dazu. Damit schafft der europäisierte Ami 0 auf 100 in 6,0 Sekunden und 230 km/h Top-Speed. Zweiteres haben wir nicht ausprobiert, Ersteres wirkt höchst glaubhaft, trotz 2,5 Tonnen Gewicht. Im Idealfall sollen im Mix nicht mehr als 3,1 Liter Benzin pro hunder­t Kilometer konsumiert werden (CO2: 75 g/km). Der Lithium-Ionen-Akku hat 13,6 kWh Kapazität. Von den damit versprochenen 42 Kilometern Elektro-Reichweite gingen sich, in scharfem Gegenwind, 34 Kilometer aus, bei Solo-Besetzung und ohne jegliche Befüllung des 240 bis 2274 Liter fassenden Laderaums.

Mild elektrifiziert seit seinem Start ist der Puma, mit Einliter-Dreizylinder-Benziner, in den Leistungsabstufungen 125 und 155 PS. Dasselbe gilt für den Fiesta. Auch der Focus ist, fünftürig und als Traveller, mit dem gleichen Mildhybrid-System zu haben. Die gerade neu gemachte Generation des Kuga, die dritte, tritt vorerst mit einem 2,0-Liter-Diesel-Mildhybrid- (150 PS) und einem Plug-in-Hybrid-System auf. Dessen Eckdaten: 2,5-Liter-Benziner, E-Aggregat, CVT-Getriebe, 225 PS Systemleistung, 14,4-kWh-Akku, 56 Kilometer elektrische Reichweite. Ergänzt wird das Elektroprogramm des Kompakt-Crossover demnächst um eine dritte Variante, um jenen Vollhybriden – eine Benziner-Stromer-Kooperation –, der bereits aus dem Mondeo-Viertürer und dem Traveller bekannt ist. Und um im SUV-Segment zu bleiben: Der erste Ford-Vollstromer scharrt gerade in den Startlöchern. Der Mustang Mach-E wird bei uns im nächsten Jahr erwartet.

Vorerst einen eigenen Weg gehen die Kölner in der Nutzfahrzeug-Sparte. Hier gehen Hybride aktuell vor Vollelektrikern. Im Fall des Transit und des Tourneo Custom ist das ein elektrifizierter Diesel (130 oder 185 PS). Dazu kommt ein Benziner-Plug-in-Hybrid. Treibende Verbrenner-Kraft ist hier, in der Rolle eines Range Extenders, der hauseigene Einliter-Dreizylinder-Benziner. Den Antrieb der Vorderräder übernimmt ein E-Motor mit 126 PS. Energiespeicher ist eine flüssigkeitsgekühlte 13,6-kWh-Batterie. Die rein elektrische Reichweite, ohne Verbrenner-Mitarbeit, beträgt rund fünfzig Kilometer. Eine rein elektrische Version der beiden Nutzfahrzeugvarianten wird im kommenden Jahr nachgereicht.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte