Meister- und Kammerkonzerte: Mehr Abonnenten als Sitzplätze

Die Corona-Beschränkungen zwingen die Innsbrucker Meister- und Kammerkonzerte zu einem Kunstgriff: Die Konzerte finden nun zweimal pro Abend statt.

Dicht besetzte Ränge wie hier beim Auftritt des Emerson String Quartet im Haus der Musik (November 2019) sind heute undenkbar.
© Aigner

Innsbruck – Karten für die Meister- und Kammerkonzerte in Innsbruck sind im freien Verkauf nur spärlich verfügbar. Die beiden Konzertreihen weisen nämlich traditionell einen hohen Abonnenten-Anteil auf. Die Dauerkarten werden, dem Familiensilber nicht unähnlich, innerhalb der Verwandtschaft weitergereicht. Es gibt sogar Wartelisten von Musikfreunden, die interessiert wären, ein Abo zu erstehen.

Die Corona-Beschränkungen haben die Veranstalter in die Zwickmühle gebracht. Der Saal Tirol im Congress (Heimstätte der Meisterkonzerte) darf wegen der Abstandsregeln nur mit 750 statt mit 1500 Besuchern besetzt werden, im Haus der Musik (Kammerkonzerte) sinkt die Kapazität von 400 auf 250. Somit haben beide Konzertreihen deutlich mehr Abonnenten als verfügbare Plätze.

Was also tun? Man könnte die Lösung der Veranstalter als salomonisch bezeichnen: Die Konzerte werden nun zweimal pro Abend gespielt – um 18.30 Uhr und um 21 Uhr (bisheriger Beginn war um 20 Uhr). Statt zweimal 45 Minuten mit Pause wie bisher dauer­t ein Meisterkonzert nun 70 Minuten ohne Pause.

Einzelne Abos zurückgelegt

Nicht jeder Abonnent zeigt sich begeistert über diese Neuerungen. Es habe vereinzelt Kritik an den Beginnzeiten gegeben und auch daran, dass die Konzerte auf 70 Minuten verkürzt wurden, heißt es bei den Veranstaltern. Einzelne Abos seien zurückgelegt worden, die Karten gehen nun in den freien Verkauf. Von einem Abgang größeren Ausmaßes könne aber keineswegs die Rede sein.

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Derzeit sind die Mitarbeiter damit beschäftigt, die Abos an die neuen Termine anzupassen. Die Konzertsaison startet am 6. Oktober mit dem zweifachen Auftritt des Rolsto­n String Quartet im Haus der Musik. Am 27. Oktober gastiert das Orchestr­e Phil­harmonique de Radio France, ebenfalls zweimal am selben Abend, im Saal Tirol.

Sollte die Corona-Ampel in Innsbruck eine Verschlechterung der pandemischen Lage signalisieren, also ins Orange übergehen, droht die Zahl der zulässigen Besucher weiter zu sinken. Dann müsste die Ticketbörse von Neuem starten. Doch daran mag heute niemand denken. (mark)


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