Zulauftstrecke zum BBT: Initiative will Wald im Schöfftal retten

Bürgerinitiative kann bei UVP-Verfahren für Bahntrasse mitreden und hat große Bedenken wegen Deponie.

Roland Wimmer, Hans Stürner und Werner Baumgartinger (v. l.) mit den Unterschriftenlisten. Im Hintergrund der Schöfftaler Wald.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Angerberg, Angath – Ein wenig erinnert es an David gegen Goliath: Eine Bürgerinitiative (BI) im kleinen Angerberg stemmt sich gegen die mächtigen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und deren Pläne, ein großes Waldstück zu roden, um dort Material eines Tunnels für die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel zu deponieren. Schauplatz der Auseinandersetzung ist das drei Kilometer lange, idyllische Schöfftal, das zwischen Angerberg und Angath liegt – die TT berichtete.

Mittlerweile hat die Bürgerinitiative um Hans Stürner die Parteistellung im anstehenden UVP-Verfahren für den Bauabschnitt der Zulaufstrecke zwischen Kundl und Langkampfen (Angerberger Tunnel) erreicht. „Wir haben dankenswerterweise große Unterstützung und 732 Unterschriften in kurzer Zeit gesammelt. Sie stammen von Personen aus Angerberg, den Nachbarorten Angath, Breitenbach und Wörgl“, erzählen Stürner, Werner Baum­gartinger und Roland Wimmer. „Die Rodung des Schöfftaler Waldes sollte in Zeiten der Klimakrise in einem Luftsanierungsgebiet nicht möglich sein“, kann Stürner die Pläne nicht nachvollziehen.

Zwei Millionen Kubikmeter umfassendes Aushubmaterial

Die neue Bahntrasse hat zwar ihre Unterstützung, aber die Baustellenabwicklung in Angath nicht. Bekanntlich wird hier eine Megabaustelle für den zwölf Kilometer langen Angerberger Tunnel entstehen. Dazu wird ein Teil des an die zwei Millionen Kubikmeter umfassenden Aushubmaterials zum Aufschütten des so genannten Ochsentals und des Schöfftals in Angerberg verwendet. Während es beim ersten Deponiestandort keinen Widerstand gibt, weil hier eine neue Straßenverbindung entsteht, ist beim zweiten die Situation anders.

Hier sieht auch die Gemeinde Angerberg mit Argusaugen auf die Pläne. Aber weniger wegen des Forstes, dessen Abholzung für Bürgermeister Walter Osl aufgrund der Gutachten kaum zu verhindern sein dürfte, sondern wegen des Fuß- und Radweges zum Angather Ortsteil Fürth. „Dazu gibt es keine Alternative“, sagt Osl. Die Fußgänger und Radfahrer künftig auf die steile Angerberger Landesstraße zu schicken, ist angesichts der zusätzlichen täglichen 180 Lkw-Fahrten zum Transport des Ausbruchmaterials „nicht zumutbar“.

Schöfftal ist nur als Option genannt

Der Verkehr ist es auch, der der Gemeinde Angath Sorgen bereitet. Zwar hat man auch hier generell das Projekt akzeptiert, aber wegen Lärm, Staub und Verkehr Bedenken angemeldet, berichtet Bürgermeister Josef Haaser. Immerhin müssten die Lkw durch das Dorf fahren. „Aber die Deponie Schöfftal ist nur als Option genannt“, betont Haaser.

Die BI hat viele Argumente gegen die Deponie zusammengetragen (weitergehende Infos: www.bürgerinitiative-schöfftal.at). Auch die Tatsache, dass die Lkw durch die steile Landesstraße auf dem Weg zur Deponie wesentlich mehr Schadstoffe ausstoßen würden. Stattdessen könnte das Material für die Dämme des geplanten Hochwasserschutzes im Unterland und eine Einhausung der Autobahn bei Angath Verwendung finden. Laut ÖBB sei man wegen der Dämme im Gespräch mit dem Land.

Die BI möchte nun auch die Landespolitik zu Hilfe rufen, eine Petition dazu ist in Ausarbeitung.


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