SPÖ in Innsbruck will offenere Mietzinsbeihilfe

SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach Plach fordert die Einrichtung eines Kautionsfonds.

Viele Menschen können sich in Innsbruck ihre Wohnung nicht mehr leisten – ausgelöst durch Kurzarbeit in der Corona-Krise.
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Innsbruck – Es sind drei Rechnungen – und jeweils dasselbe Ergebnis. Das Einkommen reicht nicht mehr, um damit im Alltag auszukommen. SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach hat die Rechnungen angestellt, nachdem ihm in jüngerer Vergangenheit immer öfter zugetragen wurde, wie prekär die Situation für viele Innsbrucker ist. Die Kurzarbeit über Monate durch die Corona-Krise gibt in vielen Fällen den angespannten Finanzlagen schlichtweg den Rest.

Was Plach nach eigenen Angaben immer wieder hört: „Bereits kleinere unvorhergesehene Ausgaben sind nicht mehr leistbar, sei es eine Stromnachzahlung, eine Arztrechnung oder die klassische kaputte Waschmaschine.“

Etliche Fälle seien im Parteibüro dokumentiert. Etwa von einer alleinerziehenden Handelsangestellten, die seit März in Kurzarbeit ist. Die Mutter hat keinen Anspruch auf Mietzinsbeihilfe oder sonstige Förderungen. Seit der Corona-Krise verdient die Frau etwa 1550 Euro netto – dazu kommen Alimente in Höhe von 250 Euro. Demgegenüber stehen feste Ausgaben von 1884 Euro, mit dem Löwenanteil für Miete und Wohnnebenkosten.

Kriterien "müssen offener" werden

„Die Situation ist für viele Menschen in unserer Stadt mittlerweile äußerst prekär, immer mehr sind auf die Sozialfonds angewiesen“, sagt Plach. Und weiter: „Vor allem wird an einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes kein Weg vorbeiführen, darüber hinaus müssen auch höhere Unterstützungen für die hohen Wohnkosten von Seiten des Landes umgesetzt werden. Auch die Kriterien, um eine Mietzinsbeihilfe zu bekommen, müssen im Lichte dieser dramatischen Entwicklungen offener werden, um Delogierungen zu verhindern.“

Eine der zentralen Forderungen: die Einrichtung eines Kautionsfonds, „um Menschen, die endlich eine Wohnung finden, bei der Finanzierung der Kaution unterstützen zu können“. Insgesamt fordert die Innsbrucker SPÖ weitreichendere Unterstützung von Bund und Land für die Menschen.

Selbst wolle man das Beratungsangebot erhöhen. „Es wird Beratungsnachmittage geben, bei denen wir beim Ausfüllen von Formularen für Beihilfen unterstützen und gegebenenfalls weitere Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen. Von der Schulstarthilfe bis zur Unterstützung beim Antrag für eine Stadtwohnung. Es gilt nun mit aller Kraft, neben der Gesundheitskrise eine soziale Krise zu verhindern.“ (TT, mw)


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