Niederlage gegen Ried: WSG-Juwele müssen mit bitterem Lehrgeld wachsen

Der Debütantenball im Lager der WSG Tirol ging in Ried mit 2:3 verloren. Der Ärger war auch am Tag danach noch riesengroß.

Die „Fall-Sucht“ von Ried-Angreifer Marco Grüll ging auch WSG-Neuerwerbung Zan Rogelj (Zw. v. r.) ordentlich auf den Geist. Der offene Schlagabtausch bescherte den Innviertlern ein spätes Happy End.
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Von Alex Gruber

Ried – Trotz starkem Beginn beim Aufsteiger im Innviertel hätte sich die WSG Tirol letztlich den bitteren Cocktail an dummen und teils auch fraglichen (Elfer-)Fouls, vergebenen Topchancen und zumindest einer krassen Fehlentscheidung beim 2:3 (klares Abseits) zum Bundesliga-Auftakt liebend gerne erspart.

„Ich ärgere mich immer noch sehr darüber, dass wir uns nicht belohnt haben. Es hat lange nach einem Sieg ausgesehen, mit einem Punkt hätten wir leben können. So sind wir alle aber ziemlich niedergeschlagen in den Bus eingestiegen und haben jetzt gleich mehr Druck. Die Aufgaben gegen den LASK (Samstags-Heimpremiere), Altach und die Austria werden nicht leichter“, sprach Sportmanager Stefan Köck zerknirscht.

Die Unparteiischen – gleich mehrere Rieder standen beim Goldtor in Minute 97 klar im Abseits – fragte Köck unmittelbar nach dem Match in der Kabine, wo sie da hingesehen haben. Das vermeintliche Elferfoul zum 2:2, das sich vermutlich vor dem Strafraum zugetragen hat, machte er aber klar an den eigenen Reihen fest: „Bei so einem langen 60-Meter-Pass müssen wir viel besser verteidigen.“

Das galt auch für die Vorgeschichte zum 1:1. Denn der unnötigen Elfer-Attacke von Kelvin Yeboah an Marco Grüll ging ein ebenso überflüssiges Foul von David Gugganig bei der Eckfahne voraus. „Wir haben extra in der Besprechung davor gewarnt, dass die Rieder gerne umfallen und permanent Elfer schinden. Wir haben brutales Lehrgeld gezahlt, weil wir auch eine der drei Topchancen zum 3:1 nach der Pause nutzen hätten müssen“, gestand Silberberger, der sich nach dem Videostudium der strittigen Szenen am Montag noch mehr über die Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns ärgern musste: „Heute fühlt es sich noch schlimmer an, denn jede Entscheidung war pro Ried.“

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Während der Aufsteiger mit drei Punkten ins Oberhaus zurückkehrte, steht der WSG Tirol noch viel Arbeit ins Haus. Unter den fünf Startelf-Debütanten (Behounek, Celic, Schnegg) gab es gleichzeitig auch zwei Bundesliga-Debütanten (die 20-jährigen Legionäre Rogelj/SLO, Frederiksen/DEN). Dass es nach kurzer Vorbereitung noch Abstimmungsschwierigkeiten gab, lag auf der Hand.

„Man muss immer bereit sein. Das Bundesliga-Debüt war ein cooles Gefühl. Die Niederlage war bitter.“ – Johannes Naschberger (Bundesliga-Debütant WSG)
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Mit dem 20-jährigen Johannes Naschberger durfte im Finish auch ein Tiroler Nachwuchsjuwel erstmals Erstliga-Luft schnuppern, ein Schussversuch der Mittelfeldhoffnung strich dabei nur knapp übers Tor. „Er hat sich im Training empfohlen“, kommentierte Silberberger Naschbergers Einwechslung kurz und bündig. Der Unterländer war über die Wildschönau, FC Wacker, Red-Bull- und Tirol-Akademie („Es war richtig, nach Tirol zurückzugehen“) und Westligist Wörgl („Dort konnte ich wertvolle Spielpraxis sammeln“) bei der WSG in Liga eins gelandet.

„Mit den Wechseln (Zlatko Dedic quälte eine angeknackste Rippe; Anm.) haben wir leider die Ordnung verloren und Ried kam auf. Wir hätten cleverer fertig spielen müssen“, war sich die sportliche Leitung einig. Auf Seiten von Ried (auch vom Ex-Wackerianer Murat Satin) kamen mehr frische Impulse von der Bank. Gegen den LASK sollten Rechtsverteidiger Fabian Koch und Offensiv-Hoffnung Tobias Anselm bei der WSG wieder zur Verfügung stehen.


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