Stellenabbau bei Swarovski: 1000 Kündigungen ab Oktober

Swarovski startet in wenigen Wochen den angekündigten Abbau von 1000 Beschäftigten – und verspricht umfassende Hilfen.

Swarovski verspricht rasche und umfassende Information.
© Thomas Boehm / TT

Von Alois Vahrner

Wattens – Tirols größter Industriekonzern Swarovski, der heuer bereits 200 Stellen in Wattens abgebaut hat, will heuer noch weitere 1000 Beschäftigte kündigen – und dann noch einmal 600 bis 2021

22. Der Personalstand des Kristallkonzerns in Wattens soll dadurch von zuvor 4800 auf etwa 3000 sinken.

Jetzt hat Swarovski in einer Information die schwer verunsicherte Belegschaft über die weitere Vorgangsweise informiert. Ziel sei, die Beschäftigten „mit Respekt und Achtsamkeit“ möglichst rasch und umfassend zu informieren. „Die Einschnitte sind leider notwendig. Auch um den Stammsitz Wattens als unser Herz und Hirn nachhaltig abzusichern“, wie die Unternehmensführung gegenüber der TT erneut betont.

In der Woche ab dem 5. Oktober sollen Mitarbeiter in Gruppen informiert werden, ob und in welcher Form sie von den Kürzungen und Umstrukturierungen betroffen sind. Laut Swarovski ist dies dann „nur eine Vorabinformation und noch keine Beendigung des Dienstverhältnisses“. Ab dem 20. Oktober sollen dann die Betroffenen, die gekündigt werden, von ihrer Führungskraft und der Personalabteilung in persönlichen Gesprächen darüber informiert werden. Diese Einzelgespräche würden dann bis Jahresende laufen. Für alle betroffenen Mitarbeiter beginne die Kündigungsfrist erst mit Ende des Jahres, wird betont.

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Swarovski versuche, die Belegschaft umfassend zu unterstützen. Mit dem AMS, der für die Arbeitsstiftungen zuständigen amg-tirol, dem Betriebsrat und der Personalabteilung plane man Veranstaltungen zur Detailinformation zu Sozialplan, Arbeitsstiftung und Arbeitslosengeld. Am 14. und 15. Oktober werde eine Job-Messe für betroffene Mitarbeiter am Werksgelände in Wattens stattfinden. „Etliche externe Firmen haben bereits Interesse an Swarovski-Mitarbeitern angemeldet.“ Dazu solle auch eine eigene Online-Plattform starten.

Sollten vom Stellenabbau betroffene ehemalige Mitarbeiter nach den Leistungen des Sozialplans in finanzielle Schwierigkeiten kommen, soll ein eigener Härtefonds der Familien Swarovski, Weis und Frey namens „Herzensangelegenheit“ über das „Netzwerk Tirol hilft“ für weitere Hilfen sorgen.


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