Nach Großbrand in Kappl: Eine Schule wie der Phönix aus der Asche

Der Schulbeginn in Kappl war heuer nicht nur wegen Corona besonders. Nach einem Großbrand war fraglich, ob die Volksschule überhaupt öffnen kann.

Im August sah die Fassade der Schule noch so aus.
© BFV Landeck

Von Matthias Reichle

Kappl – Einen „Totalschaden“ vermuteten viele, die im August an der „Brandruine“ der Volksschule Kappl vorbeigefahren waren. In der Nacht auf den 7. August brach im Müllraum ein Feuer aus. Schnell fraßen sich die Flammen durch die Fassade, selbst dicke Stahlplatten schmolzen in der Hitze. Zurück blieb eine verkohlte Außenwand.

„Wir haben wirklich großes Glück im Unglück“, betont Schuldirektorin Alexandra Wechner heute. Montag und Dienstag startete der Unterricht für 86 Kappler Kinder – und zwar in den alten Räumen. In nur einem Monat ist es gelungen, das Gebäude wieder so herzurichten, dass eine Nutzung ohne Schwierigkeiten möglich sei, wie die Pädagogin betont. „Die einzigen Einschränkungen, die wir haben, sind Corona-bedingt.“ Lediglich die Außenhülle, vor einem Monat noch rußschwarz, die Fenster geborsten – sind noch eingerüstet und warten auf die Holzverkleidung.

Noch eingerüstet, dafür aber wieder voll funktionsfähig: Die Volksschule Kappl konnte trotz Großbrand ins Schuljahr starten.
© Reichle

In der Nacht des Feuers war man noch vom Schlimmsten ausgegangen. „Es hat alles wie am Schnürchen geklappt“, ist Wechner heute erleichtert. Nicht nur die Feuerwehr hatte hervorragende Arbeit geleistet, noch am selben Tag seien auch die neuen Fenster bestellt worden. „Großes Lob auch an Wolfgang, unseren Schulwart, der sofort mit dem Putzen begonnen hatte.“ Von der Früh bis in die Nacht wurde gearbeitet.

Vier Räume waren vom Feuer, das von lösungsmittelgetränkten Putzlappen ausgelöst worden war, besonders schwer betroffen: Neben einem Klassenzimmer brannte es auch im Werk- und im Musikraum sowie im Schularztzimmer.

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Nicht unbedingt sichtbar, dafür umso stärker zu riechen war das Feuer auch nach dem Brand im ganzen Haus. „Die Schule war massiv verraucht“, betont Bürgermeister und Schulerhalter Helmut Ladner. Um die Partikel loszuwerden, wurde das gesamte Gebäude vom obersten Stockwerk bis hinunter spezialgereinigt – „ein großer Aufwand“, wie er erklärt.

Der Schaden, der durch das Feuer entstanden ist, sei noch nicht endgültig abgerechnet – er schätzt ihn auf mehrere hunderttausend Euro. „Ich vermute, dass es rund 500.000 Euro brutto kostet“, so Ladner. „Die Abwicklung des Schadensberichts über die Versicherung läuft“, betont der Bürgermeister.


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