ÖBB bieten Gespräche zum Projekt Alpenbahnkreuz an

Die Infrastruktur AG begrüßt die Initiative im Dreiländereck. Für den Südtiroler Mandatar Sven Knoll hat die Verbindung Mals-Landeck hohe Priorität.

Dem Bahnhof Landeck-Zams kommt bei der Anbindung des Dreiländereck-Alpenschienenkreuzes an die Westbahnstrecke einen zentrale Knotenfunktion zu.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Landeck, Vinschgau, Engadin – „Was, einen Bahnhof im Dorf sollen wir bauen? – Dann soll uns halt auch jemand sagen, wo wir den Platz haben könnten“, schmunzelte einer der Obergrichter Bürgermeister. Für sie war die Schienen-Offensive der Landeshauptleute am Reschensee ebenso eine Überraschung wie für die Reschenbahn-Initiative.

Wie berichtet, hatten LH Günther Platter, sein Südtiroler Kollege Arno Kompatscher sowie die Regierungschefs der Lombardei und des Schweizer Kantons Graubünden eine Absichtserklärung unterzeichnet. Der Inhalt: Mögliche Bahnverbindungen im Dreiländereck Italien-Schweiz-Österreich sollen auf Machbarkeit geprüft werden. Die Politiker gaben dem Projekt den Arbeitstitel „Alpenbahnkreuz“.

Wichtigster Partner auf österreichischer Seite können nur die ÖBB sein. Deren Vorgänger, die „k. k. Österreichischen Staatsbahnen“, hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits Teile der Reschenbahn im Raum Landeck und im Obergricht gebaut.

Zur Offensive im Dreiländereck gaben die ÖBB gestern eine Grundsatzerklärung ab: „Die ÖBB-Infrastruktur AG freut sich über den Rückenwind aus der Politik, das Streckennetz weiter auszubauen und der Bahn als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel noch mehr Gewicht zu verleihen.“ Gerne werde man, wenn der Wunsch des Landes besteht, „in Gesprächen die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausloten“, heißt es in dem Statement, das Sprecher Christoph Gasser-Mair von der ÖBB Holding übermittelte.

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Seit Jahren ist LA Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) aus Bozen aktiv, um die Ideen zur Reschenbahn Landeck-Mals aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Zum jüngsten Vorstoß der Regierungschefs sagt er: „Wichtig ist, dass Bewegung in das Projekt kommt und dass etwas weitergeht.“ Es mache Sinn, Tourismus­orte entlang der Regionalstrecke in die Überlegungen einzubinden. „Die Politik hat dabei die Aufgabe, Prioritäten zu setzen.“ Für ihn habe die ca. 60 Kilometer lange Normalspur-Verbindung Landeck-Mals hohe Priorität. Zum Lückenschluss von Pfunds nach Scuol im Engadin, wo die Rhätische Schmalspurbahn endet, sei ein ­Buspendeldienst vorstellbar. Die Oberländer Reschenbahn-Initiative mit Touristiker Hans Kröll sieht in der Verbindung Landeck-Mals mit Bahnstation bei der Seilbahn in Nauders ebenfalls klare Priorität gegenüber einem Schienenstrang von Mals nach Scuol im Engadin.

Die Gruppe plädiert auch für eine Anknüpfung in das Großraum-Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis. „Das ist mit einem Bahnhof in Ried und anschließender Seilbahn in Richtung Serfauser Waldbahn machbar“, so Kröll.


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