Raumordnungskonzept: Kleine Änderung, großer Streit

FPÖ und UK wittern eine Hintertür bei einer kleinen Änderung des Raumordnungskonzeptes.

Im Kitzbüheler Gemeinderat wurde hitzig diskutiert.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Für die einen ein normaler Vorgang, für die anderen ein Unding – im Kitzbüheler Gemeinderat kam es am Montagabend zu einer umfangreichen Diskussion um eine kleine Änderung im Raumordnungskonzept. Im Detail ging es um zwei Zusätze bei der Weilerregelung. Dadurch soll einem Betrieb im Bereich Fichterfeld eine Betriebserweiterung ermöglicht werden.

So zumindest die Begründung vom Obmann des Bau- und Raumordnungsausschusses Georg Wurzenrainer (ÖVP). Mit der bestehenden Regelung sei dies nicht möglich. Für FPÖ-GR Alexander Gamper hingegen ist diese Änderung unnötig. Das Raumordnungskonzept sei für zehn Jahre festgelegt worden und solle nicht geändert werden. Eine Betriebserweiterung sei aus seiner Sicht auch anders möglich. Er verwies darauf, dass aus seiner Sicht der Betrieb gar nicht in den Weiler falle. „Es geht hier auch gar nicht um dieses Grundstück, sondern um ganz andere Flächen“, vermutet Gamper. Mit der angedachten Änderung hätten ganz viele einen Vorteil und man würde damit dem Ausverkauf der Heimat Vorschub leisten.

Auch für UK-Gemeinderat Manfred Filzer steckt hinter der Abänderung etwas anderes. „Für mich sieht es so aus, dass wir mit der Änderung für das neue Gewerbegebiet Gundhabing sofort die richtige Widmung haben“, vermutet Filzer. Das dementieren allerdings Wurzenrainer und Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP). „Das Gewerbegebiet in Gundhabing fällt gar nicht unter die Weilerregelung“, betont Wurzenrainer. Es seien lediglich acht Weiler in Kitzbühel betroffen, nicht aber der Ortsteil Gundhabing.

Für Winkler ist klar, dass Gamper wohl die Erweiterung des Betriebes im Bereich Fichterfeld verhindern wolle. „Der Ausverkauf der Heimat ist hier wohl etwas weit hergeholt. Ein Raumordnungskonzept ist etwas Dynamisches, welches sich an die Entwicklung der Stadt anpasst“, sagt Winkler. Es sei absolut nichts Unübliches, das Raumordnungskonzept anzupassen.

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Wurzenrainer führte dazu aus, dass der nun eingebrachte Antrag vom Raumplaner so vorgeschlagen wurde und auch mit den Experten im Land abgeklärt worden sei. „Der eine sagt so, der andere so. Kann das vielleicht unser Stadtbauamtsleiter erklären?“, bat Jürgen Katzmayr (SPÖ). Und Stadtbaumeister Stefan Hetzenauer betont daraufhin, dass eine Umsetzung der Pläne des Betriebes nur durch die Änderung im Raumordnungskonzept möglich ist. Weiters wurde auch darauf verwiesen, dass der Bauausschuss der Änderung einstimmig zugestimmt hat. Das beeindruckte Gamper wenig: „Das heißt doch nichts in Kitzbühel.“ Er drohte jedenfalls, sich beim Raumordnungslandesrat Johannes Tratter zu beschweren, sollte die Änderung beschlossen werden. Das wurde sie dann auch mit 13 Ja-Stimmen von ÖVP und SPÖ und vier Nein-Stimmen von FPÖ und UK.


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