Regionale Produkte: „Sehe Fortschritte in Bewusstseinsbildung“

Seit Jahren versucht man, das Interesse der Tiroler für regionale Produkte zu erhöhen. Seit Corona klappe das laut Bauernbund und Bio-Landwirten besser denn je.

Hannes Partl, Peter Raggl, LHStv. Josef Geisler sowie die Bio-Bauern Monika und Günther Köchler (v. l.) pochen auf heimische Qualität.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Buch i. T. – Es ist nur ein kleines Häuschen direkt bei der Hofeinfahrt der Familie Köchler in Buch in Tirol. Doch gerade in den letzten Monaten ist es zu einer wichtigen Anlaufstelle geworden. Egal, ob am Mittwoch um 5 Uhr in der Früh oder am späten Sonntagabend: Der Selbstbedienungsladen von Bio-Bäuerin Monika Köchler wird besser angenommen als erhofft. „Manchmal muss ich auch dreimal am Tag nachfüllen gehen“, sagt sie. Vor allem die Bio-Eier und die daraus gewonnenen Nudeln kommen bei den Kunden gut an. „Regionalität schmeckt besser und das wissen die Leute“, sagt Köchler.

Genau darauf pocht auch der Tiroler Bauernbund. Mit zahlreichen Aktionen und neuen Initiativen will man bei den Tirolern mehr Bewusstsein für die regionale Qualität der heimischen Produkte schaffen. Zudem will man auch die verpflichtende Herkunftskennzeichnung weiter vorantreiben. Nur so könne der Kunde im Geschäft, aber auch in der Gastronomie wirklich einschätzen, was regional ist und woher die Produkte kommen. Doch diese Forderung gibt es schon seit Jahren. „Das stimmt. Aber mittlerweile denken die Leute viel mehr drüber nach, was sie essen. Sie ernähren sich bewusster, regionaler“, sagt LHStv. und Bauernbundobmann Josef Geisler. Das sieht auch Monika Köchler so: „Ich bin seit 18 Jahren Ortsbäuerin, so lange gibt es dieses Thema schon. Aber jetzt sehe ich wirklich Fortschritte.“

700 großflächige Transparente wurden nun tirolweit bei den verschiedensten Bauernhöfen aufgehängt. Sie sollen Aufmerksamkeit für regionale Qualität schaffen und Interesse für heimische Produkte wecken. Auch Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. „Denn mehr Regionalität heißt gleichzeitig weniger Tiertransporte und jeder Konsument kann selbst entscheiden, welche Art der Landwirtschaft er will“, sagt Bauernbunddirektor Peter Raggl.

Der Schwazer Bezirksbauernobmann Hannes Partl will nicht mehr nur warten. Warten, bis die verpflichtende Herkunftskennzeichnung kommt, warten, bis mehr Leute zu regionalen Produkten greifen. Er will handeln. „Denn man sieht relativ viele, die mit der Landwirtschaft aufhören. Da müssen wir dagegensteuern“, sagt Partl und fügt hinzu: „Das geht, wenn man bewusst zu Bio-Eiern greift oder etwa Fleisch über die ‚ehrlich.tirol‘-Plattform vom Rinderzuchtverband bezieht und so auf heimische Qualität setzt.“

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