Kastner & Öhler eröffnet in Innsbruck größtes Modehaus Westösterreichs

Auch während der Corona-Pandemie zeigt das Familienunternehmen Kastner & Öhler Optimismus und sperrt seinen 34. Standort auf.

Bürgermeister Georg Willi, Kastner-&-Öhler-Vorstandschef Martin Wäg und Immo-Investor René Benko (von links) eröffneten am Mittwochabend das Modehaus im Innsbrucker Kaufhaus Tyrol.
© BAGNG

Innsbruck – „Die Aufregung war in den letzten Tagen groß, ob und wie wir das Haus eröffnen können“, sagte Kast­ner-&-Öhler-Vorstandschef Marti­n Wäg am Mittwoch knapp vor der offiziellen Eröffnung in Anspielung auf die Umstellung der Corona-Ampel in Innsbruck auf die Farbe Orange. „Der Handel hat aber seit Mai gezeigt, dass Einkaufen nicht gefährlich ist.“ Abstandhalten und Maskentragen sei möglich, um die Gesundheit der Menschen zu erhalten.

Der Handel hat seit Mai gezeigt, dass Einkaufen nicht gefährlich ist.
Martin Wäg (Kastner & Öhler)

Auf 6500 Quadratmetern eröffnet das steirische Familienunternehmen am Abend sein Modegeschäft im Kaufhaus Tyrol. Es handle sich dabei um das größte Modehaus Westösterreichs und um den zweitgrößten Standort von Kastner & Öhler – der größte ist das Stammhaus in Graz. Kastner & Öhler hat in Innsbruck rund sieben Mio. Euro investiert, 90 Arbeitsplätze sind entstanden. „Wir sind froh, dass wir uns mit René Benkos Signa einigen konnten“, sagte Wäg. Das Kaufhaus Tyrol gehört der Holding von Immobilieninvestor Benko. Dieser hatte es 2004 gekauft und danach umgebaut. Nun entfällt etwa ein Fünftel der Verkaufsfläche des Kaufhaus Tyrol auf Kast­ner & Öhler. Das steirische Unternehmen, zu dem auch Gigasport gehört, beschäftigt in Österreich rund 1900 Personen und setzte im Geschäftsjahr 2019/20 mehr als 290 Mio. Euro um.

Martin Wäg
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© Thomas Boehm / TT

Auch Kastner & Öhler habe unter der Corona-Krise gelitten, dem Handelsunternehmen fehlt wegen des Lockdowns laut Wäg ein zweistelliger Millionenbetrag an Umsatz. Das heurige Jahr werde man mit Verlust abschließen, wie die TT bereits berichtete. „Wir haben die Zuversicht, dass wir stabilen Boden unter den Füßen haben“, erklärte Wäg. Die Inanspruchnahme diverser Staatshilfen gestalte sich mühselig.

Nach der Lockdownzeit habe Kastner & Öhler eine Liquiditätsunterstützung gebraucht und dazu bei der Finanzierungsagentur Cofag einen Antrag für die Liquiditätsgarantien aus dem Corona-Hilfsfonds gestellt. „Die Anbahnung war langwierig“, sagte Wäg, „aber es hat geklappt.“ Ausgeholfen hat Kastner & Öhler damals die Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark. „Sehr komplex“ sei auch das Thema Fixkostenzuschuss. Man sei gerade dabei, alles dafür vorzubereiten. Aber schon jetzt sei klar, dass damit der entstandene Schaden „bei Weitem nicht ausgeglichen wird“, so Wäg. Kurzarbeit habe das Unternehmen bis Mitte Juni in Anspruch genommen, Personalabbau sei bisher keiner nötig geworden.

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Nach Wiederöffnung der Geschäfte im Mai sei die Kaufquote an den 33 – mit Innsbruck nun 34 – Standorten etwas besser gewesen, berichtete Wäg. Das Online-Geschäft sei während des Lockdowns „gewaltig gewachsen“, aber könne natürlich nicht den Umsatz von mehr als 30 Geschäften ausgleichen. (ver)


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