„Gehört geschossen": Tiroler Wolfexperte von Bauer bedroht

Innsbruck – Die Rückkehr des Wolfes nach Nordtirol weckt Emotionen. Vor allem Landwirte sehen sich und ihre Herden bedroht. Nun wurde laut SN sogar Martin Janovsky, Tierbeauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer, direkt mit dem Tod bedroht. So verlangte ein Unterländer Bauer auf einem 1,20 Minuten langen Videoclip, dass das Land Tirol künftig nicht mehr von der Entnahme, sondern vom Schießen von Wölfen reden solle. „Und der Janovsky gehört als Erster geschossen!“, fordert der Landwirt dabei auf seinem Video. Bitter für den bekannten Tierbeauftragten des Landes, der seit Jahren um eine sachliche Darstellung der Verbreitung von Wölfen und Bären bemüht ist. Janovsky selbst wollte das Vorkommnis aber nicht mehr kommentieren.

Das Land Tirol als Dienstgeber gab gegenüber der TT noch gestern folgende Stellungnahme zum Fall ab: „Das Land Tirol lehnt Gewalt und Drohungen aller Art entschieden ab. Drohungen werden aber grundsätzlich ernst genommen. Der Sachverhalt wird daher nach Sichtung und Ersteinschätzung zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.“

Derzeit befindet sich der Sachverhalt noch in der Rechtsabteilung des Landes und wurde noch nicht an die Anklagebehörde übermittelt. Auch das Landwirtschaftsministerium lehnt die Drohungen laut SN ab. Strafrechtlich ahnbare Delikte, wie gefährliche Drohung, stehen im Raum. Für den Unterländer Landwirt gilt die Unschuldsvermutung. (fell)


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