Hahnenkamm-Verkauf ging für vier Mio. Euro über die Bühne

Weitere Gesellschafter der Reuttener Seilbahnen präsentieren sich der Öffentlichkeit: v. l.: Fritz Schweiger (Cilli Hütte), TVB-Chef Hermann Ruepp, Anton Pletzer (Mehrheitsgesellschafter), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, BM Vinzenz Knapp (Höfen) und „Einfädler“ Thomas Strele (Arch.-Büro Walch und Partner).
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Höfen, Reutte – Anton Pletzer schickt voraus: „Bis zur Wintersaison haben wir alles saniert und die Reuttener Seilbahnen werden selbstverständlich in Betrieb gehen. Auch alle Revisionen werden über den Herbst über die Bühne gegangen sein.“ Dann legt der neue Mehrheitsgesellschafter der Bahn aus dem Unterland gleich ein großes „Aber“ hinterher. „Aber die Anlage ist echt in einem schlechten, nein, ich muss sagen katastrophalen Zustand. Da hat man fünf Jahre nichts mehr getan und es liegt einiges an Arbeit vor uns.“

Vergangenen Freitag hatte der Reuttener Steuerberater Peter Gerber die Reuttener Seilbahnen, wie berichtet, an Pletzer verkauft, nachdem die Bahn seit März stillgestanden war. Dass die Bahn überhaupt ihren Besitzer gewechselt hat, daran hat Thomas Strele, einer der Chefs des Architekturbüros Walch und Partner, einen großen Anteil. Schon im Juni brachte er „die richtigen Leute“ zusammen. Toni Pletzer „konnte“ sofort mit Cilli-Hütten-Besitzer Fritz Schweiger, dem Höfener Bürgermeister Vinzenz Knapp und TVB-Obmann Hermann Ruepp. Die Chemie passte und die Männer gaben sich einen Handschlag, mitzumachen. TVB und Gemeinde Höfen werden also Mitgesellschafter der Reuttener Seilbahnen. Pletzer hält mit 60 Prozent die Mehrheit, TVB und Gemeinde sind mit je fünf Prozent, die Projektbeteiligungs-GesmbH aus Allgäu (Schweiger) ist mit 30 Prozent beteiligt, wie Reuttes Bürgermeister Alois Oberer gestern in der Gemeinderatssitzung mitteilte. Der Verkauf der Reuttener Seilbahnen war laut Oberer für vier Millionen Euro über die Bühne gegangen.

Die Aufsichtsräte des TVB Naturparkregion Reutte haben den Wiedereinstieg des TVB in die Bergbahn bereits abgesegnet, die Höfener Gemeinderäte in einer Sitzung größte Zustimmung signalisiert. Der formale Beschluss zum Einstieg wird bald folgen. BM Vinzenz Knapp freut sich, dass die Gemeinde Höfen nun in alle Entscheidungen miteingebunden ist und Infos aus erster Hand bekommt. „In der Zeit, in der die Bahn stillgestanden ist, hab’ ich erst richtig gemerkt, wie stark die Bevölkerung daran hängt. Es gab kein anderes Thema mehr. Ich getraute mich schon nicht mehr auf die Straße“, übertreibt er in gewohnt humoriger Art.

Anton Pletzer, der in Kitzbühel am Hahnenkamm aufgewachsen ist und für den sich mit dem Kauf am gleichnamigen Berg ein kleiner Traum erfüllt, ist es wichtig, mit Fritz Schweiger „einen Kümmerer am Berg zu haben“.

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Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann dankte gestern bei einem Treffen im Hotel Mohren in Reutte allen vier Gesellschaftern, dass sie mit dem Kauf den Betrieb der Bahn am Hahnenkamm für die Zukunft gesichert haben.

In einer Art Fünfjahresplan wurden auch gleich drei Projekte genannt, die vorrangig behandelt werden sollen: Die alte Bergstation soll als Gastrobetrieb reaktiviert, ein Speicherteich gebaut und der lange Schlepper gegen einen Sessellift getauscht werden.


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