Rotes Kreuz braucht frisches Geld für die Corona-App

Bundesregierung und Rotes Kreuz werben für die Verhaltensregeln gegen die Pandemie. Eine Empfehlung dabei ist die Verwendung von „Stopp Corona“. Wie es mit der App weitergeht, ist aber abhängig von der künftigen Finanzierung. Verhandlungen darüber laufen.

970.000 Menschen haben „Stopp Corona“ heruntergeladen, 1300 Warnmeldungen sind bisher über die App gelaufen. Die künftige Finanzierung ist aber offen. Die ersten zwei Millionen Euro sind verbraucht.
© APA

Von Wolfgang Sablatnig

Wien – Zuletzt tauchte die Corona-App aus der Versenkung auf, gemeinsam mit dem Babyelefanten: Bundesregierung und Rotes Kreuz werben angesichts der gestiegenen Infektionszahlen mit großflächigen Inseraten für die Verhaltensregeln gegen die Pandemie. Eine Empfehlung dabei ist die Verwendung von „Stopp Corona“. Wie es mit der App weitergeht, ist nach Auskunft des Roten Kreuzes aber abhängig von der künftigen Finanzierung. Verhandlungen darüber mit dem Gesundheitsministerium laufen.

Bisher standen zwei Millionen Euro zur Verfügung, gestiftet von der Uniqa-Privatstiftung. Dieses Geld ist praktisch aufgebraucht, sagt Rotkreuz-Sprecher Thomas Marecek. Daher die Gespräch­e mit dem Gesundheitsministerium. Ein Ergebnis sei bald zu erwarten.

Das Image der App ist freilich angeschlagen. Das Rot­e Kreuz begann schon bald nach Ausbruch der Pandemie mit der Entwicklung. Die erste Frage lautete dann, ob es einen Zwang zur Verwendung der App geben soll. Nein, legten sich Rotes Kreuz und Bundesregierung fest.

Es folgte der Datenschutz. Aktivist Max Schrems sprang ein und bescheinigte die Unbedenklichkeit.

Schließlich die Funktionalität an sich. Spätestens, seit die großen Anbieter Google und Apple mit Updates ihrer Smartphone-Betriebssysteme reagiert haben, sollte auch das geklärt sein.

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Seit Ende Juni kann das Rot­e Kreuz auch zählen, wie oft Nutzer Warnmeldungen über die App geschickt haben, um Kontaktpersonen zu warnen: Aktuell waren es rund 1100 „gelbe“ Warnungen nach einem Verdachtsfall und 200 „rote“ Alarme von tatsächlich infizierten Personen. Rund 970.000 Nutzer haben die App zumindest auf ihr Handy geladen – ob sie das Programm auch nutzen, ist damit aber nicht gesagt.

Das Gesundheitsministerium bestätigt die Gespräche über die künftige Finanzierung der App. Konkrete Zahlen nennt der Sprecher von Minister Rudolf Anschober (Grüne) aber ebenso wenig wie das Rote Kreuz.


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