Kundgebung zur Klimakrise in Lienz soll aufrütteln

Seit einem knappen Jahr besteht der Verein „Fridays For Future Osttirol“. Heute bekunden die Aktivisten an der Lienzer Ortseinfahrt ihre Anliegen.

Von Christoph Blassnig

Lienz – Aus der Initiative Einzelner ist im Vorjahr innerhalb kürzester Zeit der Verein „Fridays For Future Osttirol“ entstanden. In Lienz haben noch im Herbst zwei öffentliche Demonstrationen für die Klimaanliegen der weltweiten Bewegung stattgefunden. Die Besucherzahl von 500 Personen konnte bei der zweiten Veranstaltung Ende November fast verdoppelt werden, auch der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler trat damals in Lienz als Redner auf und bekundete seine volle Unterstützung.

„Die Wissenschaft warnt uns seit 40 Jahren. Es ist spät, aber noch nicht zu spät, um tätig zu sein“, sagt Helmut Beham, Sprecher der Osttiroler Gruppe. Das Coronavirus beherrsche zwar seit einem halben Jahr international die Medienlandschaft und damit auch die Menschen. „Aber nicht weniger dringlich ist und bleibt unser Weckruf. Besonders in ländlichen Gebieten wird die Dringlichkeit der Klimakrise oft nicht ernst genug genommen.“ Die Niederschläge und Wetterkapriolen, die in den letzten drei Jahren in Osttirol zu massiven Schutzwald- und Landschaftsschäden geführt haben, sowie deren langfristige Auswirkungen auf Siedlungsgebiete würden Millionenschäden verursachen, beklagt Beham. Auf Nachfrage der Osttiroler Gruppe habe auch die Zentralanstalt für Meteo­rologie bestätigt, dass die nachgewiesene Erwärmung des Mittelmeerraumes zum Auftreten dieser herbstlichen Unwetter beigetragen habe.

„Wir wollen derzeit aus bekannten Gründen keine großen Kundgebungen durchführen“, erklärt Beheim. Um dennoch ein Zeichen zu setzen, treffen sich Aktivisten heute um 17 Uhr an der B100 bei der östlichen Ortseinfahrt von Lienz. Die Osttiroler Gruppe nimmt damit an der österreichweiten Aktion „Dein Ort fordert“ teil. Fotos von den Veranstaltungen werden veröffentlicht und sollen weiter wachrütteln.

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