Molotowcocktail auf Balkon in Achenkirch geworfen: 19-Jähriger verurteilt

Symbolfoto.
© TT/Julia Hammerle

Innsbruck – Anschläge per Molotow-Cocktail sind in Tirol glücklicherweise eine Seltenheit. Umso mehr fand letzten Oktober der Wurf eines solchen Brandsatzes in der ländlichen Gemeinde Achenkirch Beachtung. Die Tat blieb einige Zeit unerklärlich: So war die mit dem Alkoholgemisch gefüllte Flasche direkt auf einen Holzbalkon geworfen worden, auf dem sich drei junge Leute befanden. Unter ihnen war freilich auch der Schwarm des Täters. Ohne überhaupt mit diesem fix zusammen zu sein, hatte den 19-Jährigen nämlich enthemmende Eifersucht gepackt, da sich das Mädchen bei einem anderen Burschen befunden hatte. Zu Hause hatte der Enttäuschte dann kurzerhand zwei Flaschen genommen und vorab eine von diesen mit portugiesischem Schnaps befüllt.

Dabei unterliefen dem laienhaften Attentäter jedoch Fehler, die unter Umständen Menschenleben gerettet haben. Der bekannte Brandsachverständige Bernhard Stiebernitz gestern am Landesgericht: „Der Alkohol hatte mit 48 Prozent weit weniger als die angegeben 80 Prozent und konnte deshalb so kaum zur Entzündung kommen. Auch war das Tuch nicht als Lunte geeignet“. Staatsanwalt Robert Mader forderte trotzdem das Weiterführen der begonnenen Psychotherapie: „Wer so handelt, hat schon ein gravierendes Problem mit sozialadäquater Konfliktlösung!“ Das Gericht pflichtete bei und verhängte wegen versuchter Brandstiftung acht Monate bedingte Haft und 3360 Euro Geldstrafe. (fell)

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