Auftaktspiel gegen Schalke als Kaltstart für die Bayern

Die Bayern erwartet nur 26 Tage nach dem Triple-Triumph durch den Champions-League-Finalsieg am Freitagabend in München im Eröffnungsspiel der deutschen Fußball-Bundesliga gegen den FC Schalke 04 eine Art Kaltstart. Denn ÖFB-Star David Alaba, dessen Zukunft weiter ungewiss ist, und seine Clubkollegen absolvierten bisher lediglich eine Woche Teamtraining.

„Als wir in Lissabon nach dem Gewinn der Champions League vom Platz gegangen sind, waren wir auf dem absoluten Gipfel. Aber am Freitag zum Bundesliga-Start gegen Schalke stehen die Uhren wieder auf Null. Wir müssen alles neu unter Beweis stellen“, betonte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der in Borussia Dortmund wieder den ersten Konkurrenten im Titelkampf sieht. „Ich denke, die Dortmunder haben in dieser Saison hohe Ansprüche. Und sie haben gegenüber uns den Vorteil, dass die Spieler im Urlaub eine lange Regenerationsphase und danach eine konzentrierte und lange Vorbereitung hatten.“

Trotzdem ist der Bayern-Chef überzeugt, dass die Münchner gut in die 58. Bundesliga-Saison starten und am Ende erneut vorne stehen werden: „Die Mannschaft macht mir charakterlich einen sehr gefestigten Eindruck.“ Zudem ist das Vertrauen der Vereinsführung in Hansi Flick sehr groß: „Unser Trainer ist so gut und gleichzeitig so geerdet wie selten ein Trainer zuvor beim FC Bayern. Darum haben wir beste Voraussetzungen, um auch in dieser Saison wieder erfolgreich zu sein“, meinte Rummenigge.

Die Hoffnung des 64-Jährigen auf ein Match vor Publikum erfüllte sich jedoch nicht. Wegen der zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in München dürfen keine Zuschauer am Freitagabend in der Allianz Arena dabei sein. Das entschied die Stadt München am Donnerstag. Davor war noch auf 7.500 Fans beim ersten Saisonmatch gehofft worden.

Der Blick in die Vergangenheit spricht für einen erfolgreichen Auftakt der in diesem Jahr unbesiegten Bayern, die ihren bereits neunten Titel en suite anpeilen: Seit 2002 eröffnet der deutsche Fußball-Meister die Bundesliga-Saison mit einem Heimspiel. Dabei verlor der Titelverteidiger noch nie und feierte 14 Siege bei vier Unentschieden.

„Wir sind weiter total hungrig“, versicherte der Ex-Schalker Leon Goretzka. „Das merkt man im Training. Da wird kein Prozent weniger gemacht.“ Für seinen deutschen Nationalteamkollegen Leroy Sane wird es ein ganz besonderes Spiel. Der 24-jährige Flügelstürmer, der von Manchester City zu den Bayern wechselte, will bei seinem großen Bundesliga-Comeback gegen den seit 16 Partien sieglosen Ex-Club gleich eine Duftmarke im Trikot mit der Nummer 10 setzen.

Zuletzt sorgte allerdings der Vertragspoker mit Alaba für Dissonanzen in München. Sportvorstand Hasan Salihamidzic bekräftigte in der Donnerstag-Ausgabe des Fachmagazins „kicker“, dass es beim FC Bayern in Torjäger Robert Lewandowski sowie Tormann und Kapitän Manuel Neuer eine „sportliche und finanzielle Obergrenze“ gebe. Der 43-Jährige denkt nicht, dass Alaba selbst glaube, über den beiden Kollegen zu stehen.

Dessen Berater Pini Zahavi dagegen denke in anderen Dimensionen. „Das kann er, aber da werden wir ihm nicht folgen. Verrücktheiten, wie er das vielleicht aus anderen Clubs kennt, werden wir nicht machen“, stellte Salihamidzic klar.

Alabas aktueller Vertrag läuft noch bis Saisonende. Seit Monaten verhandeln der 28-Jährige und die Bayern-Führung über eine vorzeitige Verlängerung. Zuletzt war der Ton deutlich rauer geworden, als Ehrenpräsident Uli Hoeneß Alabas Berater einen „geldgierigen Piranha“ genannt hatte. Österreichs Rekord-Fußballer des Jahres (sechs Titel/zuletzt 2016) ist seit der vergangenen Saison, die mit dem zweiten Triple der Club-Geschichte nach 2013 gekrönt wurde, der Abwehrchef des deutschen Rekordmeisters.


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