Neues Reflux-Zentrum in Reutte: Mediziner bündeln ihre Expertise

BKH Reutte installiert Reflux-Zentrum und nimmt österreichweite Vorreiterrolle ein.

Primar Edward Shang setzt auf Expertenteam und kurze Wege.
© BKH Reutte

Ehenbichl – Rund jeder vierte Österreicher leidet unter einem Reflux, vielen auch als Sodbrennen bekannt. Mit dem neuen Refluxzentrum hat das Bezirkskrankenhaus Reutte nun für Betroffene eine interdisziplinäre Anlaufstelle für Diagnose, Behandlung und Nachversorgung geschaffen. Und damit nimmt das Krankenhaus österreichweit eine Vorreiterrolle ein.

Ein Reflux ist für manche Betroffene wegen der Schluckbeschwerden oder häufigem Aufstoßen vor allem lästig. Auch sie sollten die Erkrankung ernst nehmen. Viele Patienten klagen zudem über Übelkeit nach dem Essen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Mitunter treten auch chronischer Reizhusten, Heiserkeit, Schlafstörungen oder Asthma auf. Bleibt die Erkrankung lange unbehandelt, kann es zu narbigen Verengungen oder in seltenen Fällen zu Speiseröhrenkrebs kommen. „Eine Refluxkrankheit entsteht, weil der Ventilmechanismus am Übergang von der Speiseröhre in den Magen nicht richtig funktioniert und saurer Mageninhalt zurückfließt“, erklärt Primar Edward Shang, Leiter der Allgemeinen Chirurgie im BKH Reutte, und fügt hinzu: „Eine gute Diagnostik ist entscheidend für die optimale Behandlungsmethode. Bei vielen Patienten schlägt die konventionelle Therapie mit einer Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten oder teilweise mit Medikamenten gut an. Für andere wiederum ist eine Operation die beste Wahl. Hier beseitigen wir den Zwerchfellbruch und stellen den Verschlussmechanismus wieder her“, so der Chirurg.

Um für alle Patienten die optimale Behandlungsmethode zu finden, setzt das BKH Reutte auf eine enge Kooperation von Chirurgie, HNO, Innerer Medizin und Gastroenterologie. Betroffene vereinbaren telefonisch einen Termin. Dann werden weitere Schritte koordiniert.

„Mit dem Refluxzentrum bündelt das interdisziplinäre Team um Primar Edward Shang, Primar Patrick Loidl sowie Bernhard Schett und Jan Andrle nicht nur das Wissen, sondern erspart Patienten lange Fahrt- und Wartezeiten, indem modernste Untersuchungen unter einem Dach angeboten werden“, freut sich der Ärztliche Direktor, Primar Eugen Ladner. Und Primar Patrick Loidl fügt hinzu: „Schon aufgrund der kurzen Wege zwischen den Abteilungen ist das BKH Reutte ideal, um nicht nur die Basisversorgung zu gewährleisten, sondern auch Krankheiten umfassend zu behandeln.“ (TT, fasi)

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