„Biken ist das neue Skifahren“: Strecke für Familien am Hochstein eröffnet

Im Bike Park am Hochstein wurde ein neuer Kurs für die ganze Familie eröffnet.

Werner Frömel, Mario Tölderer, Franz Theurl und Kurt Steiner (v. l.) haben den „Flow Family Trail“ seiner Bestimmung übergeben.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Hochstein, gerne als Hausberg der Lienzer bezeichnet, entwickelt sich zum Ganzjahres-Erlebnisberg. Ein starker Frequenzbringer für die Lienzer Bergbahnen ist inzwischen der Bike Park, den der Verein „Ride Free“ installiert hat und betreut. Bis 26. Oktober sollen vier eigenständige Kurse noch mehr Downhill-Fahrer aus nah und fern anziehen. Mit einigen Dutzend erwartungsvollen Radlern haben unter anderem TVB-Obmann Franz Theurl, der Lienzer Vizebürgermeister Kurt Steiner und der Geschäftsführer der Lienzer Bergbahnen, Mario Tölderer, am Hochstein eine neu ­angelegte Strecke mit dem Namen „Flow Family Trail“ eröffnet.

Für Kinder und ihre Eltern bietet der neue Kurs gleichermaßen sichere Ausweichen und anspruchsvolle Sprungmöglichkeiten.
© Christoph Blassnig

René Unterwurzacher ist Obmann des Vereines „Ride Free“ und erklärt die Namensgebung für den neuen Kurs. „Flow“ stehe für eine „fließende“ Bahn, die sich wie eine Mischung aus Forst- und Wanderweg von der Moosalm bis zum Schloss Bruck ins Tal windet. Und „Family“ verdeutliche den Anspruch der Radbegeisterten, damit für Kinder, Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen eine bewältigbare Herausforderung in den Wald gelegt zu haben. „Auch wenn der Hochstein von Weitem wie ein sanfter Hügel anmutet – das Gelände ist überall sehr steil“, erläutert Unterwurzacher. Der neue Kurs sei deutlich flacher geschaffen worden als etwa die Trails mit den Namensgebern Peter Sagan und Alban Lakata. Es gibt „Chicken Lines“, also Sicherheitsausweichen, mittels derer Anfänger Hindernisse umfahren können. „Das ist das Besondere an unserer Flow-Family-Bahn, dass man sich schrittweise steigern kann“, erklärt der Vereinsobmann. Die Strecke biete den geübten Eltern reihenweise Steilkurven, so genannte Roller und Sprünge, während ihre Kinder über sanfte Wellen abfahren können. „Das gibt es nirgendwo in Österreich“, berichtet Unterwurzacher. „Zwischen Blue Lines, also reinen Anfängerstrecken, und der nächsten Schwierigkeitsstufe, bei der man bereits springen können muss, gibt es nichts. Damit fehlt auch jede Trainingsmöglichkeit. Diese Lücke haben wir geschlossen.“

Überhaupt hätten sich die Osttiroler in nur wenigen Jahren von Enthusiasten zu erfahrenen Streckenbauern entwickelt. Einige haben damit auch den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit gewagt. „Es läuft gut“, sagt der Obmann. In vorheriger Abstimmung mit den Grundbesitzern und der Behörde seien weitere Strecken möglich. Unterwurzacher kann sich rund um den Lienzer Talboden etliche Downhill-Strecken vorstellen, die mit Bussen erreichbar sein könnten. „Das Potenzial ist riesig, auch touristisch“, meint er. „Radfahren kann jeder, das ist das neue Skifahren.“

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