Dölsacher Klärwerk darf bei Hochwasser nicht übergehen

Der Abwasserverband Lienzer Talboden rüstet sich für die wachsenden Gefahren an der Drau. Ein Pumpwerk um eine Million Euro entsteht.

Das Klärwerk in Dölsach liegt direkt an der Drau. Das bringt auch Gefahren mit sich.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Dölsach, Lienz – Der Trend ist eindeutig: Die Hochwasserlinien der Drau werden höher. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit von Überflutungen steigt. Darauf müssen sich auch wichtige Infrastruktur-Einrichtungen rechtzeitig vorbereiten, wie zum Beispiel das Klärwerk in Dölsach. Es gehört zum Abwasserverband Lienzer Talboden, und dort werden Abwässer von 15 der insgesamt 33 Gemeinden Osttirols gesammelt, gereinigt und beseitigt.

Das Klärwerk liegt direkt an der Drau. Das hat den Vorteil, dass gereinigte Abwässer über ein Rohr in den Fluss geleitet werden können. Andererseits bringt das aber Gefahren mit sich: Führt die Drau Hochwasser, könnten die Abwässer nicht ungehindert abrinnen, sondern sich eventuell durch den Abfluss zurückstauen. „Dann würde alles übergehen“, schildert Andreas Pfurner, Geschäftsführer des Abwasserverbandes und Leiter des Klärwerks. Bis jetzt ist das zwar noch nie passiert, aber man will auf Nummer sicher gehen.

Deshalb hat der Abwasserverband vor, ein neues Hochwasserpumpwerk einzubauen, welches das Wasser im Fall des Falles weiterpumpt und so einen Rückstau verhindert. Diese Baumaßnahmen verlaufen unterirdisch, es handelt sich um ein Betonbauwerk.

Ende September wird eine mündliche Verhandlung zum wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren abgehalten. Im Projekt inkludiert sind unter anderem auch ein Mischwasser-Überlaufbecken beim Klärwerk, ein Entlastungs­kanal und Maßnahmen beim Überlaufbecken in der Lienzer Peggetz.

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„Die Kosten schätzen wir auf etwa eine Million Euro“, erläutert Pfurner. „Sie werden vom Abwasserverband getragen, und Förderungen für das Projekt sind möglich.“

Apropos Sicherheit: Auch in Lienz will man sich auf Notfälle vorbereiten. Deshalb hat die Stadtgemeinde ein mobiles Notstromaggregat gekauft. „Das ermöglicht uns, im Falle eines flächendeckenden Stromausfalles, die Gemeindeeinsatzleitung aufrechtzuerhalten und die Wasserversorgung sicherzustellen“, erklärt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.


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