Drei Brücken geht es in Strengen an den Kragen

Für die Verbauung des Strenger Dawinbachs müssen drei Brücken abgerissen werden. Nur zwei werden neu gebaut – doch der Zeitplan dafür ist sehr eng.

Die untere Gemeindebrücke und die Landesstraßenbrücke werden abgerissen und neu gebaut.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Strengen – Noch rollt der Verkehr – doch die Tage der Landesstraßenbrücke über den Strenger Dawinbach sind gezählt. Sie hat das Duell mit dem Rinnsal, das sich derzeit wieder von seiner sanfteren Seite zeigt, verloren. Ganz anders war es im August 2019, als das Bächlein eine Großmure ins Tal brachte und gewaltige Felsbrocken anschwemmte, als wären sie aus Styropor. Es gab massive Schäden.

Insgesamt drei Brücken, zwei auf Gemeindestraßen, eine auf der B171, werden nun für ein großes Verbauungsprojekt geopfert. Ein Jahr nach der Mure laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, wie Wildbach-Gebietsbauleiter Daniel Kurz bestätigt. Für das vier Millionen Euro teure Vorhaben wird der Bach im Mündungsbereich verlegt, begradigt und bekommt ein breites Auffanggerinne. Zwei der drei Brücken werden wieder errichtet und bekommen einen größeren Durchfluss.

Die B171 macht es den Arbeitern derzeit allerdings alles andere als einfach. „Es ist nicht nur ein Verkehrs­knoten, sondern auch ein Leitungsknoten“, schnauft der Gebietsbauleiter über Strom, Telekom und Abwasser, die im Bauwerk verlaufen. Freilich muss die Versorgung auch nach dem Abriss sichergestellt werden.

Ende September soll es so weit sein. Dann starten auch die Bohrarbeiten für die neue Brücke, die auf 18 Meter tiefen Pfählen im Boden stehen wird. Große Blöcke sollten bei zukünftigen Murereignissen problemlos untendurch schwimmen.

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Ohne Verkehrsbehinderungen geht es während der Bauzeit nicht. Es gibt eine Totalsperre, von der nur der Ziel- und Quellverkehr sowie der langsame Verkehr ausgenommen sind, erklärt Roman Hainz vom Baubezirks­amt Imst. Die Pkw werden einspurig mit Ampelregelung über eine kleine Gemeindebrücke geführt. Auch sie wird wie ihre größere Schwester nach Erfüllung dieses Zwecks abgerissen.

„Gott sei Dank haben wir nicht so viel Verkehr“, so Bürgermeister Harald Sieß. Der Großteil umfährt die Gemeinde durch den Strengener Tunnel. „Für die Anrainer ist es natürlich schwierig“, erklärt er und hofft gleichzeitig auf mehr Sicherheit. „Die Ereignisse am Bach werden mit jedem Jahr größer, die Niederschläge ärger, es kommen mehr große Steine mit.“

Dass man sich für das Projekt einen knackigen Zeitplan gegeben hat, bestreitet WLV-Gebietsbauleiter Kurz nicht. „Bereits Mitte Dezember soll der Verkehr wieder ungehindert zweispurig über die neue Landesstraßenbrücke fahren“, erklärt auch Hainz. Vermutlich rollen die Autos dann noch auf einer provisorischen Fahrbahn. Im kommenden Frühjahr werden die finalen Arbeiten abgeschlossen. Bis zum Frühsommer – und dem Beginn der Gewittersaison – will die Wildbach auch mit den Arbeiten am Gerinne fertig werden.


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