Wenn im Schulbus der Babyelefant zerquetscht wird

Eltern gehen auf die Barrikaden wegen überfüllter Schulbusse. Der VVT verspricht Abhilfe, das Land will die Entzerrung der Schulbeginnzeiten.

Eltern gehen auf die Barrikaden wegen überfüllter Schulbusse. Der VVT verspricht Abhilfe, das Land will die Entzerrung der Schulbeginnzeiten.
© Bernhard

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Eine Mutter aus dem Unterland ist verzweifelt und wütend zugleich. Sie darf sich aber der Unterstützung von Hunderten Eltern sicher sein. Die Frau versucht nämlich seit mehreren Tagen, die Landespolitik und den VVT auf die total überfüllten Schulbusse hinzuweisen und eine Gegenmaßnahme einzufordern. „Der Bus ist vollgestopft, jeder Sitzplatz und jeder Stehplatz ist mehr als ausgelastet und es ist nicht mal ein Mindestabstand möglich“, erklärt die Mutter und liefert ein Foto als Beweis dazu. Sie begrüße „strikten Abstand, Hygiene und Sitzplatzzuweisung“ an den Schulen. Außerdem leiste sie sehr viel persönliche Überzeugungsarbeit bei den Kindern, damit sich diese daran halten. „Nur was nützt es, wenn es dann im Schulbus eng wie in einer Sardinenbüchse ist?“ Noch dazu, wo man nicht erwarten könne, dass Kinder immer brav den Mund-Nasen-Schutz tragen.

In den Schulbussen ist es nicht erst seit Corona-Zeiten viel zu eng. Nur wird es durch das Virus nun richtig gefährlich. Daher fragen sich die Mutter und andere Eltern, warum man nicht vorbereitet war.

Weil man vorher analysiert hat, wie LHStv. Ingrid Felipe mitteilt, „um nun rasch reagieren zu können“. So gebe es jetzt einen Plan für zusätzliche Verstärkerleistungen. „Bereits ab Montag werden zusätzliche Regiobusse auf vielen Linien, wie zum Beispiel in Osttirol auf der Linie 942 (Lienz–Winklern) um 06.40 Uhr, oder im Unterland auf der Linie 4055 (Kufstein–Wörgl) um 07.10 Uhr eingesetzt. Insgesamt werden rund 15 Linien verstärkt“, teilt der VVT mit. „Wir werden die Situation auch weiterhin genau beobachten und gegebenenfalls Justierungen vornehmen“, sagt Alexander Jug, Geschäftsführer des VVT.

Das Land Tirol ist zudem an alle Schulen herangetreten, die Unterrichtszeiten, wenn möglich, zu entzerren. Diesen Appell wiederholt Felipe: „Spätere Unterrichtszeiten insbesondere für die älteren Schüler ab 14 Jahren würde die Morgenspitze stark entlasten.“ Alle Fahrzeuge werden zudem laufend intensiv gereinigt und desinfiziert. Der VVT bittet zudem alle Berufstätigen mit Gleitzeit, diese in Anspruch zu nehmen und mit früheren oder späteren Bussen zu fahren. Auch Freizeit-Öffi-Nutzer werden gebeten, den Verkehrsstoßzeiten am Morgen und Abend auszuweichen.


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