Mini Countryman SE: Flotter Landmann mit Öko-Anspruch

Weniger Leistung, mehr Spaß: Der rundum überarbeitete Mini Countryman SE Cooper legt bei den dynamischen Tugenden deutlich nach.

Der facegeliftete Countryman verbindet besser als bisher ökologische und dynamische Talente.Foto:
© Mini

Von Stefan Pabeschitz

Frankfurt – Vor drei Jahren feierte er als erster Mini mit Plug in-Hybrid Premiere. Country­man SE Cooper All4 ist ein langer Name für ein kompaktes Auto, sagt aber gleich, was Sache ist: SUV, Sport, elektrisch, Allrad. Die erste Variante der Kombination aus 1,5 Liter Dreizylinder und E-Motor bemühte sich redlich um ansprechende Dynamik, blieb aber immer hinter dem präzisen Ansprechverhalten eines flotten Verbrennungsmotors ohne E-Schubhilfe zurück.

Welche Fortschritte die Technik in drei Jahren gemacht hat, offenbart der Vergleich: Das Zusammenspiel der beiden Systeme funktioniert jetzt prompt wie fließend, passiert praktisch in Echtzeit und vermittelt ein absolut einheitliches Gefühl von Dynamik. Der SE Cooper geht aus dem Stand weg wie vom Gummiband geschnalzt, so gut wie ohne merkbare Schaltstufen aus der 6-Gang-Automatik und mit linearem Schub.

Für diese so deutlich verbesserte Symbiose wurden beide Antriebe weitgehend überarbeitet oder sogar ausgewechselt: Der Benziner kommt nun mit 125 statt der früheren 136 PS aus, das Manko hebt ein stärkerer E-Motor mit 95 statt 88 PS auf. Die maximal abrufbare Systemleistung ist mit 220 PS um vier Pferdchen geringer, das Höchstdrehmoment mit 385 Newtonmeter gleich geblieben. Unverändert ist die Allrad-Umsetzung durch den E-Motor an der Hinterachse ohne mechanische Verbindung zur vom Benziner befeuerten vorderen Achse geblieben.

Hervorragendes Feedback

Dass die Fahrleistungen der ursprünglichen und der neuen Variante identisch sind, sich alles deutlich dynamischer und flotter anfühlt, ist der Steuerungselektronik geschuldet, die beide Systeme orchestriert – und das flotter, präziser und reaktiver kann. Das Gesamt-Setup unterstreicht den Dynamik-Anspruch: Die Servolenkung verweigert sich dem ultrasoften Zeitgeist, liegt statt dessen straff in der Hand und vermittelt hervorragendes Feedback – besonderes Letzteres war vor der Überarbeitung nicht der Fall. Der Countryman SE liegt satter auf der Straße als in einem Kompakt-SUV mit 4,3-Meter zu erwarten, vermittelt jetzt stärker als vorher den Mini-typischen Wie-aus-einem-Guss-Eindruck.

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Beim Außendesign wurden nur Details verändert. Das Urteil, ob es auch unter „verbessert“ fällt, sollten die Briten selbst fällen. Eventuell tun denen ja Heckleuchten im Union-Jack-Design ebenso weh wie ein Mozartkopf-Schaltknauf und rot-weiß-rote Sitzbezüge uns, wenn es ein österreichisches Auto wäre.

Zumindest rechnerisch zu 1,7 Liter Durchschnittsverbrauch

Zweifelsfrei wohltuend ist hingegen die Neugestaltung des Innenraums ausgefallen: Das davor eher unruhige und zerklüftete Cockpit hat jetzt ein klares Layout und das kompakte digitale Instrumentendisplay gefällt mit übersichtlicher Grafik. Einziges Manko: Es bemüht sich ein bisschen zu sehr um die Präsentation der Hybrid-Technik. Ein simpler Drehzahlmesser statt der E-Power-Skala würde – zumindest im Sport-Modus – besser zum Charakter eines Cooper passen. Bis zu etwa 60 Kilometer rein elektrisch zurücklegbare Reichweite sind drin und auch das im E-Betrieb erreichbare Tempo von maximal 135 km/h kann sich sehen lassen. Der extrem Plug-in-freundliche Messzyklus verhilft dem Countryman SE zumindest rechnerisch zu 1,7 Liter Durchschnittsverbrauch und mageren 40 Gramm CO2-Ausstoss je Kilometer.

Das somit ökologisch korrekte Dynamik-Paket im Min­i Countryman ist bereits ab 37.950 Euro bestellbar.


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