Fiskal-Lkw-Variante des Clio: Schon der Kleine stiftet Nutzen

Auf Wunsch baut Renault den immer noch Frische ausstrahlenden Clio in eine zweisitzige, vorsteuerabzugsberechtigte Fiskal-Variante um.

Ab 9890 Euro netto bietet Renault die Fiskal-Lkw-Variante des Clio an
© Höscheler Markus

Von Markus Höscheler

Mieming – Warentransport – da denken die meisten an die großen Kastenwagen, wenn nicht sogar an die schweren Lkw, die in unserem Straßenbild häufig anzutreffen sind. Im Nutzfahrzeugsektor fallen die jeweiligen Bedürfnisse allerdings unterschiedlich aus, nicht selten begehren Gewerbetreibende kleine Modell­e, die steuerlich interessant sind, qualitativ aber mit Pkw-Versionen mithalten können. Hier seit geraumer Zeit erprobt ist Renault, wo etwa der Kleinwagen Clio gegen eine Gebühr von 1772 Euro netto umgebaut wird. Die Vorgangsweise umfasst im Großen und Ganzen den Ausbau der hinteren Rückbank, die stilvolle Einebnung des Kofferraumabteils, die Installation eines Trenngitters und die Verblechung der Fondtüren, um dem Modell eine Vorsteuerabzugsberechtigung und die Befreiung von der Normverbrauchsabgabe zu verschaffen.

Trotz der Nfz-Zugehörigkeit kann der umgebaute Clio aber viele Pkw-übliche Stärken behalten. Dies bezieht sich insbesondere auf den Fahrwerkskomfort, die Cockpitgestaltung und das technische Equipment. Der von der Tiroler Tages­zeitung gefahrene Test­wagen war bestückt mit einem 100 PS starken Drei­zylinder-Turbobenzinmotor, über den sich nicht wirklich meckern lässt. Das Aggregat hängt ausgezeichnet am Gas, setzt Beschleunigungsbefehl­e sofort um und treibt den 1,1-Tonner mühelos an. Die angeführten Sprintwerte (von null auf 100 km/h in 11,8 Sekunden) wirken nicht ganz glaubhaft, denn unser Fiskal-Clio hinterließ den Eindruck, wesentlich schneller zu sein.

Die Technik

  • Motor: Dreizylinder-Turbobenziner
  • Hubraum: 999 ccm
  • Drehmoment: 160 Nm bei 2750 U/min
  • Leistung: 74 kW/100 PS
  • L/B/H: 4050/1798/1440 mm
  • Gewicht: 1060/1603 kg
  • Laderaumlänge: 1250 mm
  • Tankinhalt: 42 l
  • Höchstgeschwindigkeit: 187 km/h
  • 0 – 100 km/h: 11,8 Sekunden
  • Verbrauch: 5,4 l/100 Kilometer
  • Kraftübertragung: Vorderradantrieb
  • Preis: ab 9890 Euro netto
  • CO2-Emission: 99 g/km

Auch mit der leichtgängigen Lenkung und dem unauffälligen Fünfgang-Handschalter dürften künftige Nutzer keine Probleme haben. Die einzig­e Falle, die der Clio stellen kann, ist im Stillstand, denn Renault hat zwar die Fondtüren verblecht, jedoch die im Rahmen versteckten Türgriffe belassen. Immer wieder ertappen wir uns dabei, uns über ebendiese vermeintlichen Portalöffner Zugang zum Lade­abteil des Kleinfahrzeugs zu verschaffen. Den gibt es aber realistischerweise nur über die Heckklappe. Das dahinter befindliche Ladeabteil nimmt allerhand Waren auf, zumindest bis zu einer Laderaumlänge von 1250 Millimetern.

In Summe überrascht der Kleintransporter mit sehr zivilisierten Manieren, einem quirligen Triebwerk und einem für Langstrecke tauglichen Fahrwerkskomfort. Auch beim Verbrauch hält sich der Ottomotor zurück: 5,4 Liter sind es in unserer Endabrechnung. Fiskal-Lkw-Umbauten für den Clio bietet der heimische Importeur übrigens für alle Motorvarianten an – jedoch nicht mehr für den hier vorgestellen 100-PS-Benziner. Der wird diesen Herbst ersetzt durch eine 90-PS-Ausführung.

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