Volkswagen ID.4: Hauseigener Tiguan-Konkurrent am Start

Mit dem ID.4 hat Volkswagen sein erstes elektrisches Sport Utility Vehicle geschaffen: Das kompakte Fahrzeug soll noch Ende dieses Jahres auf den Markt kommen.

Der ID.4 ist 4,58 Meter lang und hat einen Radstand von 2,77 Metern. Die Überhänge fallen recht kurz aus.
© Volkswagen

Von Markus Höscheler

Wolfsburg – Ein Mangel an Ambitionen lässt sich dem Volkswagen-Konzern nicht vorwerfen, allen Querelen in den Führungsetagen zum Trotz: Mit aller Kraft wollen die Wolfsburger neue Elek­troautos in Massen verkaufen – bis 2029 wird mit 26 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen kalkuliert. Der bereits präsentierte ID.3 soll dabei ebenso maßgeblich mitwirken wie der in dieser Woche vorgestellte ID.4. Die Technik – modularer E-Antriebsbaukasten (MEB) – ist im Wesentlichen dieselbe, die gewählte Karosserievariante jedoch eine andere.

Während sich der ID.3 von der Größe und von der Form her am konventionellen Bestseller Golf orientiert, hat der ID.4 ein anderes erfolgreiches Vorbild, nämlich den Tiguan. Mit seiner SUV-artigen Konstruktion und einem zarten Hauch von Geländewagenoptik hebt sich der ID.4 deutlich vom ID.3 ab – und das zeigt sich auch in den Dimensionen. Das neue Elektroauto von Volkswagen kommt auf eine Länge von 4,58 Metern und einen Radstand von 2,77 Metern. Die Höhe beläuft sich auf 1,61 Meter, die Breite auf 1,85 Meter.

Die Lithium-Ionen-Batterie im Unterboden verfügt über einen Energiegehalt von netto 77 Kilowattstunden. Die Reichweite: bis zu 520 Kilometer.
© Volkswagen

Einprägsam sind außerdem die schmale Kühlergrilloptik mit flankierenden LED-Scheinwerfern, ein leicht coupéförmiger Dachlinienverlauf und prägnant ausgeführte Schultern sowie ausladende Seitenschweller. Im Innenraum überrascht es kaum, dass Volkswagen auf Analoges verzichtet und stattdessen auf Digitales setzt. Das gilt für das Instrumentarium ebenso wie für das Zentraldisplay, das mit Touchbedienung wesentliche Funktionen wie Navigation, Multimedia, Telefon und Fahrzeug-Setup abdeckt.

Die kurzen Überhänge und der zuvor schon erwähnte, relativ großzügig ausgeführte Radstand bieten im Innenraum viel Platz für bis zu fünf Insassen und Transportgut: Das Ladeabteil fasst wenigstens 543 Liter und bei umgeklappten Fondlehnen bis zu 1575 Liter. Keine Platzprobleme hat die Batterie: Der Lithium-Ionen-Akku wiegt zwar fast 500 Kilogramm, ist aber günstigerweise im Unterboden verbaut: Dort arbeitet er mit einer Kapazität von 77 Kilowattstunden, die für eine Reichweite von rund 520 Kilometern sorgen.

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Von der Energie profitiert im zunächst angebotenen ID.4 ein 204 PS starker Elektromotor, der vom Stand weg ein maximales Drehmoment von 310 Newtonmetern generiert. Von null auf 100 km/h beschleunigt der heckgetriebene ID.4 in 8,5 Sekunden, das Höchsttempo liegt bei 160 km/h. Im Laufe des nächsten Jahres will Volkswagen eine weitere Variante mit mehr Leistung und einem Allradsystem auf den Markt bringen.

Zwei Editionsmodelle haben Vorrang:

Doch zunächst haben zwei Editionsmodelle Vorrang: In Österreich sind dies der ID.4 1ST und der ID.4 1ST Max, die mit einer umfangreichen Ausstattung aufwarten können. Beide sind beispielsweise mit dem Navigationssystem Discover Pro, einer Zweizonenklimaautomatik und einer Reihe von Fahrerassistenzsystemen sowie einer Anhängervorrichtung bestückt.

Der ID.4 1ST Max darf sich darüber hinaus mit dem Travel Assist, dem Side Assist und dem Emergency Assist brüsten, außerdem mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC. Ein weiterer Pluspunkt ist die Progressivlenkung, die die Übersetzung mit mehr Lenkradeinschlag zunehmend direkter auslegt. Dem Komfort dienen zudem ein Panoramaglasdach und eine elektrische Heckklappe. Während der ID.4 1ST auf 20-Zoll-Rädern rollt, steht der ID.4 1ST Max auf 21-Zöllern.

Volkswagen baut den ID.4 im deutschen Werk Zwickau, die beiden Editionen sind auf insgesamt 27.000 Einheiten limitiert. Wenn sie ausverkauft sind, bietet Volkswagen weitere „vorkonfigurierte“ Varianten des ID.4 an. Preise werden nachgereicht.


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