Mother’s Cake: Tapesound mit funky Ausrufezeichen

Die Tiroler Vorzeigekrachmacher von Mother’s Cake veröffentlichten gestern „Cyberfunk!“.

Von Tirol auf die internationalen Bühnen: 2012 veröffentlichte das Trio sein Debütalbum.
© TB_Heller

Innsbruck – Sie sind zurück. Mächtig, großspurig, wendig, mit Ausrufezeichen. „Cyberfunk!“, das fünfte Album des derzeit wohl erfolgreichsten Tiroler-Hardrock-Exports Mother’s Cake, erscheint nach einem festivallosen Sommer, mitten hinein in einen Herbst, in dem es sich von schweißtreibenden Rockkonzerten höchstens träumen lässt.

Sehnsüchtig hört man da den ausdauernden Vintagerock von Yves Krismer, Jan Haußels und Benedikt Trenkwalder, der auch von der neuen Platte dröhnt. Das Zelebrieren von längst Vergangenem ist bei Mother’s Cake stets auch Spiel: Kassettenspul-Geräusche paaren sich in der neuen Musik mit straighten Riffs und psychodelischem Ambientkrach (man höre „Cybernova“); Tape-Sound von früher, der zwischen dem heute auch nicht mehr ganz so glatten Pop doch immer noch reichlich fremd wirkt. Nichtsdestotrotz: „Cyber­funk!“ reißt seine Hörer mit.

Mother’s Cake sind überall heimisch: Mal stoßen sie die Tür zu den Crossover-Pionieren von Rage Against the Machine auf („The Beetle“, „The Operator“), mal hallt Wolf­mother („Crystals in the Sky“) nach, mit denen sie sich schon eine Bühne teilten. Noch besser steht der Band nur der harte Funk: „I’m Your President“ ist unerbittlich schnell, „Hit on Your Girl“ macht einfach nur Spaß. Die obligate Schmachtballade „Love Your Smell“ ist da nötige Verschnaufpause. Um dann nochmal auf den Opener „Toxic Brother“ zurückzuspulen, bei dem sich Gitarre und Schlagzeug quasi überschlagen. Ohrenbetäubend gut. Und hoffentlich bald auch wieder live zu hören. (bunt)

Hardrock Mother’s Cake: Cyberfunk! Membran.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte