St. Anton: Contact-Tracing-App im Praxistest für den Winter

St. Anton startet Pilotprojekt mit Handy-App zur Nachverfolgung von Covid-19-Verdachtsfällen.

Pilotprojekt beim Fußballplatz in St. Anton: Martin Ebster, Max Funke und Gerhard Eichhorn (v. l.) erklären „Contact Tracing“, das zur Nachverfolgung bei Covid-19-Verdachtsfällen dient.
© Wenzel

St. Anton am Arlberg – Kommt wegen Covid-19 eine Gäste-Registrierpflicht in Restaurants und Nachtlokalen? In St. Anton sorgen die Touristiker mit einem Pilotprojekt vor. Das Stichwort heißt Contact-Tracing-App.

Die App soll ab Winterstart in möglichst allen Betrieben eingesetzt werden. Es ist eine „einfache, digitale Alternative zur lästigen Zettelwirtschaft“, um Kontaktdaten der Gäste zu erfassen, erläuterte die TVB-Geschäftsführung mit Martin Ebster und Gerhard Eichhorn.

Testlauf am Fußballplatz

Freitagabend ging ein Testlauf am Fußballplatz der SPG Arlberg über die Bühne. „Bitte mit dem Handy den QR-Code erfassen“, hieß es beim Eingang für die Zuschauer. Eine Sekunde später traf wahlweise eine SMS oder WhatsApp-Nachricht ein: „Herzlich willkommen bei der SPG Arlberg. Bitte schaut auf euch und haltet die Covid-19-Maßnahmen für einen sicheren Ablauf des Events ein.“

Der Veranstalter wiederum bekam damit die Zuschauerzahl auf sein Handy. Maximal 100 Besucher waren erlaubt. Nach dem Spiel, beim Verlassen des Fußballplatzes, war abermals ein Handy-Klick nötig, um sich mit dem QR-Code auszuchecken.

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Auf zwei verschiedenen Servern werden, so Eichhorn, die Handy-Nummer des Besuchers sowie dessen Anwesenheitszeit erfasst. Zudem vergebe das System einen „Nickname“. Damit könne der Gast schnell und unkompliziert kontaktiert werden, sollte ein Covid-19-Verdachtsfall aufgetreten sein. Der gefürchtete öffentliche Aufruf sei dann nicht mehr nötig.

„Das Interesse ist bei uns jedenfalls sehr groß“

„Drei St. Antoner Gastronomiebetriebe testen die App derzeit ebenfalls“, schilderte TVB-Direktor Ebster. „Das Interesse ist bei uns jedenfalls sehr groß.“ Demnächst sei ein Info-Abend für die St. Antoner Betriebe geplant. Laut TVB haben 80 Prozent der Eingeladenen ihre Teilnahme zugesagt.

„Wir alle möchten sicher durch den Winter kommen“, hob Ebster hervor. Dass alle Tiroler Tourismusbetriebe bei einer einheitlichen Contact-Tracing-App mitmachen, könne sich St. Anton nur wünschen. (hwe)


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