Fast 2.300 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Deutschland erneut deutlich die Schwelle von 2.000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2.297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) Samstagfrüh bekannt gab. Die Polizei in Berlin beendete in der Nacht mehrere „Corona-Partys“.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet.

Die Polizei hat unterdessen in Berlin Freitagnacht mehrere Feiern mit Hunderten Teilnehmern beendet. Die Einsatzkräfte seien von Bundespolizisten unterstützt worden, teilte die Behörde am Samstag mit. Rund 100 Beamte waren im Einsatz.

Im James-Simon-Park im Bezirk Mitte löste die Polizei etwa eine Party mit bis zu 600 Teilnehmern auf. Partyteilnehmer hätten gegrölt und sich nicht an die Mindestabstände wegen der Pandemie gehalten, hieß es. Nach Angaben von Zeugen sollen aus einer etwa 300-köpfigen Gruppe heraus einige mit Stühlen von nahen Gaststätten aufeinander losgegangen sein. Auch an anderen Orten in der Hauptstadt beendete die Polizei Feiern im öffentlichen Raum. Ein Polizist sei verletzt und ambulant behandelt worden. Insgesamt wurden laut Polizei sieben Tatverdächtige festgenommen.

Polen hat unterdessen so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden 1.002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 149 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Lublin im Osten (122) und Pommern (96) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am 21. August erfasst, er betrug 903 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bisher 78.3330 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. 2.282 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Brasilien hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag 39.797 neue Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnet und liegt damit insgesamt knapp 4,5 Millionen Infektionsfällen. Die Zahl der bekannten Todesfälle stieg demnach um 858 auf 135.793.

In Indonesien und auf den Philippinen breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Indonesien meldet mit 4.168 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 240.687, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 112 auf 9.448. Es ist höchste Totenzahl in Südostasien.

Die Philippinen verzeichnen einen Anstieg bei den Ansteckungen binnen 24 Stunden um 3.962 auf 283.460 und damit die kräftigste Zunahme seit fünf Tagen. Der Inselstaat weist die meisten Infektionen in der Region auf. Die Zahl der Todesfälle wuchs dem Gesundheitsministerium zufolge um 100 auf 4.930.

Russland verzeichnete erstmals seit zwei Monaten wieder mehr als 6.000 Coronavirus-Neuinfektionen. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 6.065 auf über 1,097 Millionen, wie die Behörden mitteilen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 144 auf 19.339. Russland weist nach den USA, Indien und Brasilien die meisten Infektionen weltweit auf.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat unterdessen ihre umstrittene Empfehlung zurückgenommen, Coronavirus-Tests bei Personen ohne Symptome zurückzufahren. In einer Aktualisierung der CDC-Richtlinien vom Freitag heißt es nun wieder, dass auch sie getestet werden sollen, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten.

Die CDC hatte das Dokument am 24. August geändert und erklärt, ein Test sei in diesen Fällen nicht unbedingt nötig, wenn man keine Symptome aufweise - außer bei Menschen, die zu Risikogruppen gehörten. Diese Einschätzung geriet unter heftige Kritik von Experten. Jetzt geht die CDC auf deren Argumente ein. Da es eine erhebliche Gefahr der Coronavirus-Übertragung durch Personen ohne Krankheitssymptome gebe, seien Tests auch bei ihnen notwendig, heißt es ausdrücklich in einer „Klarstellung“.


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