Radwegmasterplan: Innsbruck will Pendlern Rad schmackhaft machen

Innsbruck will bis November einen Radwegmasterplan vorlegen. Ziel: eine bessere Anbindung für Radler in die Umlandgemeinden.

Bürgermeister Georg Willi (r.) und LHStv. Ingrid Felipe begrüßten gestern Lokalpolitiker aus den Umlandgemeinden. Ziel ist der Ausbau der Radwege.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Matthias Reichle

Innsbruck – Statt Sakko im Radleiberl, statt perfekt sitzender Frisuren Radhelme: Bürgermeister und Vizebürgermeister aus Innsbrucks Umlandgemeinden zeigten sich gestern sportlich. Sie waren aber nicht nur zum Vergnügen unterwegs, als sie gegen 14 Uhr am Innsbrucker Marktplatz einradelten.

Ziel der Sternfahrt war, für eine bessere Radanbindung nach Innsbruck zu werben. „Wir sind zwar ein Radland, aber beim Alltagsradverkehr liegen wir hinten“, erklärte Bürgermeister Georg Will­i. Südtirol habe 20 Jahre Vorsprung.

Bis November soll im Innsbrucker Gemeinderat ein Radwegmasterplan vorliegen. Vor allem Pendlern soll es damit ermöglicht werden, ihr Auto stehen zu lassen. „Großen Handlungsbedarf gibt es im Süden“, so Willi – dort gilt es eine Geländestufe zu überwinden, um das westliche und östliche Mittelgebirge zu erreichen. Aber auch der Wipptalradweg Richtung Brenner sei ein wichtiges Thema. Darüber hinaus schweben Will­i auch eigene extrabreite Schnellradwege vor. „Im Inntal von Hall bis Zirl brauchen wir so etwas.“

„Weniger Autos in Innsbruck und weniger Verkehr in der Vitalregion“

Das neue Konzept liegt im Kern bereits vor, allein in Innsbruck dürfte das über 30 Millionen Euro kosten – da spreche man aber noch nicht von Rad­tiefgaragen, wie sie in niederländischen Städten bereits üblich seien, so Willi. Nicht das Geld sei das vorrangige Problem bei der Umsetzung, sondern eine Einigung mit betroffenen Grundeigentümern.

Die politischen Vertreter waren unter anderem aus Zirl, Telfs, Aldrans, Hall oder Pettnau angeradelt – auch sie deponierten ihre Wünsche, die von mehr Rad- und Pkw-Stellplätzen an Bahnhöfen, günstigeren Öffiverbindungen bis hin zur Idee, auch Seilbahnen als öffentliche Transportmittel in höhergelegene Orte einzusetzen, reichten. Mit einem Ausbau der Radwege gebe es „weniger Autos in Innsbruck und weniger Verkehr in der Vitalregion“, betont Aldrans’ Bürgermeister Johannes Strobl – eine Win-win-Situation.

Dass man für Radprojekte durchaus auch Kritik einstecken müsse, wusste Halls Bürgermeisterin Eva-Maria Posch zu berichten. Mobilitätslandesrätin LHStv. Ingrid Felipe war ebenfalls gekommen. „Es ist wichtig, gute und sichere Radwege anbieten zu können.“ Die Wünsche der Bürgermeister seien bekannt. „Es wird daran gearbeitet.“


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