Trotz eigenem Ausbau der Pflege: Verbandsbeschluss gilt auch für Reutte

Die Marktgemeinde bereitet einen Ausbau des eigenen Seniorenheimes vor. Den Bau des Pflegeheims II beim Krankenhaus muss sie trotzdem anteilsmäßig mitragen.

In Ehenbichl sind Bezirkspflegeheim und -krankenhaus in einem großen Gebäudekomplex zusammengefasst. Ein weiteres Pflegeheim mit 60 Betten soll am gleichen Areal, aber disloziert entstehen.
© Mittermayr Helmut

Von Helmut Mittermayr

Ehenbichl, Reutte – Die Marktgemeinde Reutte geht in Sachen Pflegebetten eigene Wege und will – nachdem sich die große Mehrheit der Außerferner Bürgermeister im Mai für einen Neubau beim Bezirkskrankenhaus ausgesprochen hat – nun überraschend selbst 26 Betten beim eigenen Seniorenheim ausbauen. Wie berichtet, war es darüber zu kontroversiellen Diskussionen im Reuttener Gemeinderat gekommen, BM Alois Oberer hatte aber eine klare Mehrheit bekommen, eine Studie dazu auf den Weg zu bringen.

Wolfgang Winkler, Ehenbichler Standortbürgermeister des alten sowie auch neuen zu bauenden Bezirkspflegeheimes II, hat kein Problem mit Reuttes Vorgangsweise. Ganz im Gegenteil: „Es braucht erstens eh jedes zusätzliche stationäre Bett im Bezirk und Reutte bleibt ja Mitglied des Pflegeverbandes. Ist also an den Beschluss der Bürgermeister, der 25 zu 4 pro Standort BKH-Areal in Ehenbichl ausgegangen ist, gebunden.“ Für Winkler ist auf TT-Nachfrage auch klar, dass die Marktgemeinde den Verband nicht einfach verlassen kann. Dafür würde sie einen einstimmigen Beschluss aller Bürgermeister im Verband benötigen, was nicht besonders wahrscheinlich erscheint. Reuttes Vize Klaus Schimana hatte in der Gemeinderatssitzung erklärt, dass BM Oberer darüber laut nachgedacht habe. BM Winkler kann auch Schimanas Sorge nicht teilen, dass Reutte mit dem „Alleingang“ die große Bezirkslösung gefährde. BM Oberer habe mit seiner Aussage, dass eine Expertise im Match zwischen Reutte und Ehenbichl klar für Reutte ausgegangen sei, nur bedingt Recht, denn zur Abstimmung sei dann ein völliger Neubau in Ehenbichl gekommen, was in der Expertise nicht Thema der Untersuchung gewesen sei.

Für Ehenbichls Gemeindechef, Nachbar des Bezirkshauptortes, sind die lauter werdenden Töne in der Reuttener Gemeinderatssitzung ein Zeichen eines schon beginnenden Wahlkampfgeplänkels. Zudem müsse alles sehr schnell gehen, denn Oberer, der nicht mehr kandidiere, beginne die Zeit bis März 2022 davonzulaufen.

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