Innsbrucker Haie suchen den goldenen Mittelweg

Nach der geglückten Generalprobe mit dem 5:1-Sieg gegen die Heilbronner Falken (2. deutsche Liga) fiebern die heißen Innsbrucker Haie dem Saisonauftakt gegen Dornbirn (Freitag/19.15 Uhr) entgegen.

Einer für alle, alle für einen – der Musketier-Slogan hält im Haifischbecken Einzug.
© Michael Kristen

Von Alex Gruber

Innsbruck – Am Ende des vierten und letzten Tests zwischen den Haien und Heilbronn stand ein Watschentanz, den HCI-Verteidiger Kevin Tansey gegen Falken-Angreifer Tim Miller klar für sich entschied. Der 27-jährig­e Kanadier ließ sich von gut 500 Fans in der Tiwag-Arena bei seinem Abgang feiern und hat laut Cheftrainer Mitch O’Keefe das Zeug, um Publikumsliebling zu werden.

Beim Start in die neue Saison der Bet-at-home ICE Hockey League dürfen ab Freitag aber nicht zu oft die Fäuste fliegen, denn nach zwei Fights droht ja ein Spiel Sperre. Und dass man den letzten Test gegen den deutschen Zweitligisten fast nie „fünf gegen fünf“, sondern fast dauer­haft in Überzahl oder Unterzahl zu bestreiten hatte, gefiel O’Keefe, der eigentlich mit vier Linien spielen lassen wollte, nur bedingt: „Kevin hat sich für unsere Gruppe gestellt. Aber in Europa gelten andere Regeln und wir werden es in der Liga nicht durchhalten, wenn wir zu viele Strafzeiten kassieren“, notierte der 36-jährige Kanadier, um nicht auf das kollektive Lob zu vergessen: „Unser Penaltykilling war gut und wir fühlen uns gut.“

Keiner Mangel an Einstellung und Arbeiter-Mentalität

Die neuen Haie mögen zwar weniger (Ausnahme-)Talent in der Schlägerschaufel haben als in den vergangenen Jahren, an der Einstellung und Arbeiter-Mentalität scheint es aber nicht zu mangeln. Das bewiesen beim 5:1 (0:0, 2:1, 3:0) neben dem ein oder anderen Scharmützel auch geblockte Schüsse und eine großteils gute Defensivleistung, die Back-up-Keeper Rene Swette mit einer ausgezeichneten Leistung noch veredeln konnte.

„Wir haben am Transfermarkt bewusst nach Köpfen Ausschau gehalten, die ans Team denken, sich in Schüss­e werfen und Checks schlucken“, führt O’Keefe aus.

Nach seinem ersten Treffer in der Vorbereitung fühlt sich auch Eigengewächs Clemens Paulweber in der neuen Mannschaft „sehr wohl“. Den häufigen Gang in die Kühlbox müsse man aber „schnell abschalten“. „Dass wir uns spielerisch mit so vielen Neuerwerbungen noch steigern müssen, ist klar“, weiß der 24-jährige Tiroler vor dem Westderby gegen Dornbirn. Restkarten für die Partien im Haifischbecken liegen noch auf. An der Heißblütigkeit im HCI-Team bestehen kaum Zweifel, jetzt gilt’s cool zu bleiben und den goldenen Mittelweg zu finden.


Kommentieren


Schlagworte