Equal Pay Day in Tirol: Reutte bei Lohnschere hinten, Innsbruck vorn

Der Blick auf den Lohnzettel bringt so manche Frau ins Grübeln: Frauen in Tirol verdienen um 22,1 Prozent weniger als Männer.
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Innsbruck – Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern ist groß. Zur Veranschaulichung des Unterschiedes dient der so genannte „Equal Pay Day“. Theoretisch gesehen wäre der Lohn von Frauen, wenn er genauso auf die Monate verteilt wäre wie der Männerlohn, an diesem Tag aufgebraucht und sie würden den Rest des Jahres „gratis“ arbeiten. Je früher der Tag, desto schlechter sieht es mit der Gleichheit der Geschlechter aus.

In Tirol gibt es keinen Grund zum Jubeln: Männer verdienen nämlich im Durchschnitt 50.380 Euro, Frauen aber nur 39.226 Euro pro Jahr – also um 22,1 Prozent weniger. Der Tiroler Equal Pay Day ist am 12. Oktober.

Besonders eklatant ist der Unterschied im Bezirk Reutte, wo der Männerlohn den der Frauen um 13.657 Euro oder 27,1 Prozent übersteigt. Der Equal Pay Day fiel dementsprechend früh aus, er war schon am 23. September (die TT berichtete). Im Vergleich zu 2019 ist das überdies eine weitere Verschlechterung im Geschlechterverhältnis. Ganz anders in Innsbruck-Stadt, wo der Equal Pay Day erst für den 5. November angesetzt ist. Beim Durchschnittslohn verzeichnen Frauen aber immer noch ein Minus von über 8000 Euro im Vergleich zu Männern. In absoluten Zahlen fallen die Frauenlöhne im Bezirk Lienz am niedrigsten aus (die Männerlöhne übrigens auch), gefolgt von Schwaz und Imst.

Das wirkt sich auch auf die Pensionen aus. Deshalb fordern die ÖGB-Frauen eine stärkere Anrechnung der Kindererziehungszeiten auf die Pensionen. (co)

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Bezirke im Überblick

Große Unterschiede. Der Equal Pay Day war in Reutte am 25. September, gefolgt von Schwaz (27. September), Imst (30. September) und Landeck (3. Oktober). Danach kommen Innsbruck-Land (6. Oktober), Lienz (8. Oktober), Kufstein (10. Oktober), Kitzbühel (11. Oktober) und Innsbruck-Stadt (5. November).

Berechnung. Dafür dienen die Jahres-Bruttobezüge von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Personen. Teilzeitjobs werden nicht eingerechnet.


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